Malerei

Bhupen Khakhar in der DB Kunsthalle

Liebe, Leid, Wahrhaftigkeit: Die erste große Überblicksschau zu dem indischen Künstler Bhupen Khakhar

Bhupen Khakhar: You Can't Please All, 1981 © Estate of Bhupen Khakhar
Bhupen Khakhar: You Can’t Please All, 1981 © Estate of Bhupen Khakhar


Vater, Sohn, ein Esel und jede Menge Gepäck. Wie auch immer der Weg der beiden mit dem Tier zurückgelegt wird, wer reitet, wer schleppt, jedes Mal gibt es Zeitgenossen, die etwas an einer der Konstellationen auszusetzen haben. Man kann es niemandem recht machen, „You can’t please all“ heißt die Ausstellung des indischen Künstlers Bhupen Khakhar (Foto) in Anlehnung an die Fabel von ­Aesop, die Khakhar auf einem gleichnamigen ­Gemälde von 1981 darstellte. Sein Alter Ego steht nackt auf einem offenen Balkon und betrachtet die Szene unter sich, bietet sich gleichzeitig den ­Blicken der Außenwelt dar.
Dieses Bild, so heißt es, steht symbolisch für das Coming Out des Künstlers, der sich zu seiner ­Homosexualität bekannte, die in Indien noch immer unter Strafe steht. Das eigentlich Wichtige war für den Autodidakten, der zusammen mit Anish Kapoor 1992 auf der Documenta präsentiert wurde, Position zu beziehen. Mit seinen Bildern hat er seine Seele entblößt. In den 1990er Jahren thematisierte der 2003 verstorbene Künstler schonungslos wie auch ironisch humorvoll seine Krebskrankheit. Seine sinnlichen Gemälde von einzigartiger Farbigkeit zeigen Einflüsse von der indischen ­Miniaturmalerei bis zur modernen westlichen Kunst. Khakhar war ein visueller Geschichten­erzähler mit einem ganz eigenen Stil, der sich mit dem Alltag der „einfachen“ Leute beschäftigte. Die DB Kunsthalle zeigt als Übernahme von der Tate Modern einen ersten größeren posthumen Überblick über die Werke eines außergewöhnlichen, aber selten gezeigten Künstlers. 

Deutsche Bank Kunsthalle Unter den Linden 13/15, Mitte, bis 5.3., tgl. 10–20 Uhr, Eintritt 4/ erm. 3 €, Mo Eintritt frei

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