Natur in der Großstadt

Biotop Berlin

Dass sich Fuchs und Marder in Großstädten wie Berlin sehr wohl fühlen, dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben. Doch die Artenvielfalt in den Metropolen kommt auch im Kleinen daher, etwa in Form der wild lebenden Hosenbiene oder der zarten Strand-Grasnelke. Parks, Brach­flächen oder Kleingartenanlagen ermöglichen das Überleben vieler wilder Pflanzen und Tiere, die in landwirtschaftlich bearbeiteten Gegenden wegen Monokulturen und Gifteinsätzen keine Existenzmöglichkeit mehr haben. Der tip begab sich auf eine Expedition in die Stadtnatur

Haarige Landschaftspfleger: Im Schlosspark Charlottenburg sorgen Gotlandschafe für nachhaltig gekürzte Wiesen
Foto: Saskia Uppenkamp / www.saskia-uppenkamp.com

Es klingt wie im Krimi, wenn Justus Meißner von seiner Arbeit erzählt, die einer Fahndung gleichkommt: Zuletzt wurde das gesuchte Objekt im Moor gesichtet. Dann aber galt es über Jahre als verschollen. Plötzlich, bei der Renaturierung des Köpenicker Moors, tauchte es wieder auf: Die Drosera intermedia, der mittlere Sonnentau, lebt! Als Meißner den Anruf erhielt, machte er sich sofort auf den Weg, um die fleischfressende Pflanze mit eigenen Augen zu sehen. „So etwas ist auf jeden Fall ein Highlight meiner Arbeit“, sagt der Leiter der Koordinierungsstelle Florenschutz von der Stiftung Naturschutz Berlin.

Mehr als 20.000 Tier- und Pflanzenarten soll es im Mosaik der unterschiedlichen Lebensräume Berlins geben. Dazu gehören Sumpflandschaften, Wälder und Trockenwiesen genauso wie Friedhöfe und Brachflächen, Gebäude und Asphaltritzen. Hier wachsen Pflanzen, die mit ihren Tentakeln Insekten vertilgen, es bilden sich ausbalancierte Lebensgemeinschaften auf nährstoffarmen Böden, woanders leben Moorfrösche und Riesenkäfer. Beim anstehenden Langen Tag der Stadtnatur ist das Angebot an Veranstaltungen entsprechend breit: Im Rahmen von rund 500 Aktionen und Führungen an knapp 150 Orten können die Berliner ihre Umgebung erforschen, mit allem, was da wächst, kreucht und fleucht. Das Interesse an der Stadtnatur ist groß – immerhin scheint zu den allermeisten Menschen vorzudringen, was die Umwelt alles leistet, vom schattenspendenden Baum bis zur Wildbiene mit Pollentransport. Wer möchte, nennt das auch „Ökosystemdienstleistungen“.

Das ist Vielfalt – und nicht eklig

Was die Artenvielfalt betrifft, hat die Stadtnatur mittlerweile oft mehr zu bieten als das Land – zum Beispiel in der Vogelwelt, ganz besonders in Berlin. Dabei ist diese Botschaft durchaus zwiespältig und veranlasst eher zur Sorge als zum Stolz: Dem Artensterben vor allem rund um die Landwirtschaft liegen Ursachen wie Monokulturen, Überdüngung und Zerschneidung von Lebensräumen zugrunde.

Zu Justus Meißners Arbeit gehört auch das Registrieren von Verlusten. Bei der Ausarbeitung der aktuellen Roten Liste für Berlin zum Beispiel war der Dänische Tragant, ein Schmetterlingsblütler, plötzlich unauffindbar. Dabei hatte das Vorkommen der krautigen Pflanze mit den violetten Blüten im Köpenicker Forst um 2010 herum noch ganz gut ausgesehen. „Ich geb’ sie noch nicht ganz verloren“, sagt Meißner. Die komplexen Ökosysteme in Zahlen auszudrücken sei zwar eine grobe Verallgemeinerung. „Doch es gibt die Schätzung dass an jeder Pflanzenart durchschnittlich acht, neun Tierarten hängen, die davon profitieren.“

Großes Wiedersehen in Berlin wurde jüngst um das Knoten-Laichkraut gefeiert, eine Laichkrautart, die laut Meißner zuletzt 1860 in der Spree gesichtet wurde. Jetzt wurde sie im Tegeler See und im Teltowkanal wieder entdeckt – eine Folge der verbesserten Wasserqualität. Entsprechend appelliert Meißner an Berliner mit Badespaß. „Wer Wasserpflanzen sieht oder spürt: Das ist nicht eklig, das ist Artenvielfalt.“

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Bahnhof mit Kröten

Dabei fühlt sich der Mensch inmitten größter Artenvielfalt offenbar tatsächlich am wohlsten. Das legt eine aktuelle Studie der TU Berlin nahe. Rund 4.000 Menschen wurden dafür in fünf europäischen Städten, darunter in Berlin, nach ihrer Wahrnehmung unterschiedlich bewachsener Flächen befragt. Die Studienteilnehmer mit unterschiedlichsten sozialen und kulturellen Hintergründen bewerteten Bilder von Baumscheiben, Straßenrändern, Brachflächen und Parkwiesen.

Das Ergebnis: Je mehr biologische Vielfalt, desto positiver die Einschätzung. Gemeinsam mit Leonie Fischer hat Ingo Kowarik die Studie geleitet – in ehrenamtlicher Funktion ist er schon seit 2001 Landesbeauftragter für Naturschutz und Landschaftspflege von Berlin. „Es war schon immer das Anliegen, die Wildnis für die Stadt zurückzugewinnen“, sagt er. „Menschen wollen nicht unbedingt nur den klar strukturierten Blütentraum.“ Wild und durcheinander kommt offenbar noch besser an.

Dennoch ist nicht zu leugnen, wie viele ihrer diesbezüglich wertvollsten Flächen die Stadt in den letzten Jahren verloren hat. Und der Druck, Brachflächen zu bebauen, wird nicht geringer. Aktuelle Beispiele sind die Diskussionen um den Biesenhorster Sand mit der geplanten Straßenverbindung zwischen Marzahn und Köpenick sowie Bauvorhaben auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs Pankow. Denn der einstige Bahnhof beherbergt auch das einzige Vorkommen der Kreuzkröte in Berlin. Da es sich um eine laut Bundesnaturschutzgesetz streng geschützte Art handelt, muss für sie bei Bebauung entweder ein angemessener Lebensraum erhalten bleiben – oder das Refugium muss an anderer Stelle ersetzt werden. Was den Pflanzenschutz betrifft, unterliegen solche Entscheidungen mehr der Abwägung. Die Stadtökologin Leonie Fischer von der TU Berlin hat mit Ingo Kowarik die Studie zur Einschätzung von Artenvielfalt geleitet. Sie sagt: „Wenn etwa ein Supermarkt oder eine Straße gebaut wird, kann man sich zum Beispiel darauf einigen, dass man in der Nähe eine versiegelte Fläche renaturiert.“

Alte Eichen als Rückzugsorte

Ein Berliner Gewächs, das als besonders geschützt gilt, ist die Armeria maritima, die Strand-Grasnelke. Leonie Fischer kann so von ihr erzählen, dass sie beinahe einen menschlichen Charakter bekommt. „Das ist eine typische Art unserer Trockenrasen“, sagt Fischer. „Sie ist ganz zierlich, fast wie Schnittlauch mit kleinen Blättern. Dann hat sie so eine rosa Kugel oben drauf – die wackelt hin und her, wenn der Wind weht. Auf dem Tempelhofer Feld sieht das aus, als würden kleine Punkte über die Wiese hüpfen.“ Besonders gefreut habe sie sich, als es ihr gelang, den Kugelkopf auf dem Feld mit der Kugel des Fernsehturms im Hintergrund abzulichten: für die Forscherin Symbol für ein gelungenes Miteinander von Naturschutz und Stadtleben.

Das Biotop Trockenrasen spielt eine große Rolle für bedrohte Wildbienen. Anders als oft angenommen, geht es beim Bienensterben weniger um die „Biene Maja“-Variante der Honigbienen, sondern um Hunderte von Wildbienen-Arten wie der Hosenbiene, der Sand-Steppenbiene und der Blauschwarzen Holzbiene. Sie leben meist solitär, also nicht im Bienenstock. Für die Eiablage graben sie sich in den Boden – ein wichtiger Lebensraum für sie sind die Trockenrasen mit ihren offenen Sandstellen. Dort blühen die Pflanzen zudem auch im Hochsommer noch und bieten Nahrung für Schmetterlinge, Zikaden und Heuschrecken wie die Blauflügelige Ödlandschrecke.

Wozu eine Eiche mit Alterserscheinungen dienen kann, zeigt der hierzulande vom Aussterben bedrohte Heldbockkäfer, auch Großer Eichenbock genannt. Mit bis zu fünf Zentimetern Körperlänge, zu der nochmal doppelt so lange Fühler kommen, zählt er zu den größten Käfern Mitteleuropas. Die Larve bohrt sich Gänge in die altersschwache Eiche und lebt dort zum Teil jahrelang – nur um dann für wenige Wochen zur Fortpflanzung hervorzukommen. Dann stirbt der Heldbockkäfer. In Berlin sind vier Vorkommen bekannt: im Grunewald, auf der Pfaueninsel, sowie in den Schlossparks Schönhausen und Buch. Aufgrund von Maßnahmen der Wegesicherung ist auch der Lebensraum dieses Urwaldrelikts bedroht.

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Naturschutz plus Bolzmöglichkeit

Leonie Fischer, die Stadtökologin der TU Berlin, beschäftigt sich mit der Begrünung des öffentlichen Raumes. Gerade kommt sie von einem Ausflug mit einer Studiengruppe zum Parkplatz eines Supermarkts. „Da haben wir in einer Ecke einen tollen Walnussbaum gefunden.“ Diese Vielfalt fördert Fischer, statt 30 Bäume der gleichen Art in Reih und Glied zu pflanzen. Die Herausforderung ist auch, die Flächen so zu gestalten, dass sie von den Städtern akzeptiert werden. „Wir müssen berücksichtigen, wenn die auf einer Wiese auch Fußball spielen wollen. Sonst entsteht bloß Widerwillen gegen den Naturschutz.“

Dieser Herausforderung sahen sich auch die Planer des Tempelhofer Feldes gegenüber. Rainer Altenkamp ist Biologe und Vorsitzender des NABU Berlin – und außerdem zuständig für die jährliche Zählung der Feldlerchen-Brutpaare auf dem einstigen Flughafengelände. Seit April ist das Feld dem streng geschützten Vogel zuliebe wieder großflächig für die Brutzeit mit Flatterband abgesperrt. Altenkamp erinnert sich an anfängliche Zweifel: „Es hätte ja sein können, dass die Sperrzonen von der Bevölkerung nicht akzeptiert werden. Das wusste ja vorher keiner.“ Doch das Konzept geht auf. Eine Befragung ergab, dass 85 Prozent der Besucher nichts gegen die Absperrungen haben. Nur sieben Prozent der Befragten halten die Maßnahmen für übertrieben.

Überhaupt sieht Altenkamp eine wachsende Bereitschaft für Naturschutzthemen. Die eben abgeschlossene bundesweite Insektenzählung des NABU etwa, die im August wiederholt werden soll – bis vor Kurzem hätte sie wohl kaum so breites Interesse geweckt, meint Altenkamp.

Jetzt bauen Städter sogar Insekten-Hotels und pflanzen bienenfreundliche Blumen in Beete und Balkonkästen. Altenkamp betrachtet solche Maßnahmen als wirkungsvoll: „Da macht die Masse den Effekt.“ So wird die Artenvielfalt begünstigt. Insekten-Hotels gibt es inzwischen selbst in Baumärkten zu kaufen. Altenkamp hat auf seinem Balkon die selbstgemachte Variante: „In eine Baumscheibe habe ich Löcher mit vier verschiedenen Durchmessern gebohrt und aufgehängt. Das wird sofort angenommen.“ Für die Pflanzenwahl empfiehlt er blütenreiche Gewächse wie ­Lavendel und Thymian. Die locken neben Bienen auch Schmetterlinge an. Die andere Variante: einfach nichts tun. ­„Natur zeichnet sich erst einmal dadurch aus, dass sie von ganz alleine entsteht“, sagt Altenkamp. Auch wenn das Nichtstun für die meisten Hobbygärtner eine Herausforderung ist.

Keine Blumen in Reih’ und Glied

Dafür stehen auch die Kleingartenkolonien. Bislang gilt es als geradezu anstößig, als Laubenpieper Grünflächen verwildern zu lassen. Doch auch hier findet Bewegung statt. „Es gibt durchaus Kolonien mit ökologischem Anspruch“, sagt Justus Meißner von der Stiftung Naturschutz Berlin. Jetzt hat die Stiftung mit dem Landesverband Berlin der Gartenfreunde eine Kooperation gestartet, die unter Kleingärtnern für biologische Vielfalt wirbt. Langfristig sollen Informationen über den Wert eines verwilderten Teilstücks im Garten und des freien Pflanzenwuchses verbreitet werden, über die Bedeutung torffreier Erde und der Aussaat heimischer Arten. ­Zunächst soll eine Pilotkleingartenanlage entstehen.

Für den Artenschutz arbeitet Justus Meißner auch mit den Botanischen Gärten Berlin und Potsdam und dem Späth-Arboretum der Humboldt-Universität zusammen. „Natürlich können die Botanischen Gärten den Rückgang der Pflanzenvielfalt auch nicht aufhalten“, sagt Meißner. Dennoch werden dort sogenannte Erhaltungs-Kulturen bewahrt. Im Rahmen des Projekts „Urbanität und Vielfalt“ gibt es zum Langen Tag der Stadtnatur eine Pflanzenausgabe. Privatpersonen können bedrohte Arten zu Hause einpflanzen und die geernteten Samen wieder an die Botanischen Gärten zurückgeben.

Mit ein bisschen Freude am wild wuchernden Chaos, ob an Straßenrändern, im Balkonkasten oder im Schrebergarten, können Städter so bei der Aufklärung der städtischen Umwelt-Krimis helfen. Denn was das Thema Unordnung betrifft – darin waren die Berliner ja eigentlich schon immer ganz gut.

Text: Franziska Felber


Lange Nacht der Stadtnatur
Ob „Amphibien im Schlosssee“, „Wildkräuter am Wegesrand“ oder „Beobachtungen im Eisvogelrevier“: Die rund 500 Führungen und Aktionen an etwa 150 Orten in Berlin laden dazu ein, genauer hinzugucken. Dabei entpuppt sich manches Unkraut als Lebensgrundlage für diverse Arten. Oder es erweist sich als Heilpflanze und essbares Wildkraut. Zudem bietet der Lange Tag der Stadtnatur beste Möglichkeiten, Refugien kennenzulernen, für die es, wie etwa bei der Lichterfelder Weidelandschaft, sonst keine Führungen gibt. Zahlreiche Veranstaltungen richten sich auch an Kinder: So werden „Saatbomben“ gebaut, zu Übernachtungen im Freien eingeladen oder Nützlingsunterkünfte gebastelt. Einige Veranstaltungen erfordern eine vorherige Reservierung!
Start: Sa 16.6., 15 Uhr bis 17. 6., 17 Uhr, Ticket für alle Veranstaltungen: 7 €/ erm. 5 € (Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren in Begl. Erw. Ticketinhaber frei). Reservierungsgebühr bei anmeldungspflichtigen Veranstaltungen: 1 €, Tickets für Einzelveranstaltungen 4 €. Programm und Karten online unter www.langertagderstadtnatur.de


Regelmäßige Führungen zur ­Stadtnatur

Zitadelle Spandau ­Fledermausführungen
Die Zitadelle dient mehr als 10.000 Fledermäusen zum Winterschlaf. Nach ihrem Erwachen gibt es Führungen zum abendlichen Jagdflug am Zitadellengraben.
Berliner Artenschutz Team – BAT e.V. Anmeldung unter Tel. 36 75 00 61 oder E-Mail: info@bat-ev.de, Am Juliusturm 64, Spandau, www.bat-ev.de

Naturschutzzentrum Ökowerk Berlin e. V.
In der ökologischen Bildungs- und Tagungsstätte am Ufer des Teufelssees im Grunewald gibt es etliche Führungen und Workshops zur Tierwelt in der Luft, auf dem Boden und im Wasser.
Geöffnet Mi–Fr, 10–18 Uhr, Sa+So, 12–18 Uhr, Tel. 300 00 50, E-Mail: info@oekowerk.de, Teufelsseechaussee 22, Grunewald, www.oekowerk.de

Freilandlabor Britz
Umweltbildung für alle Altersgruppen und Einbindung in Umweltprojekte, geöffnet Sa+So, 11–16 Uhr, für Kinder bis 14 Jahre.
Freilandlabor Tel. 703 94 70, Büro Tel. 703 30 20, Freilandlabor Britz, Sangerhauser Weg 1, Britz, www.freilandlabor-britz.de

Vögel entdecken im Naturpark Südgelände
Jeden Sonntag bis 1. Juli, 9 bis 12 Uhr, Treffpunkt am Parkeingang S-Bahnhof Priesterweg, Schöneberg, Kosten (zzgl. 1 Euro Parkeintritt) 5 €, ermäßigt 3,50 €, Kinder unter 12 Jahren frei. Keine Anmeldung erforderlich, bitte Ferngläser mitbringen.
BUND, Tel. 787 90 00, www.bund-berlin.de/service/termine


Urbane Wildnisreviere (Kleine Auswahl)

Müggelsee und Köpenicker Teufelsseemoor
Die Möglichkeit, ein Berliner Moor zu besichtigen, gibt es zum Beispiel im Köpenicker Teufesseemoor. Neben dem Steg existieren auch ein Naturlehrpfad und das Lehrkabinett Teufelssee mit Informationen zur Moor- und Waldökologie. Am Müggelsee brüten regelmäßig zwei Seeadler-Paare. Mit 2,40 Meter Spannbreite fliegen sie tagsüber über den See und suchen dort nach Nahrung.
Köpenicker Teufelsseemoor, ­Müggelheimer Damm 144, Köpenick

Schöneberger Südgelände
Ab Juni lässt sich auf dem Schöneberger Südgelände die Gottesanbeterin beobachten. Sie kam in den 90er-Jahren nach Berlin und räkelt sich tagsüber gerne auf sonnenbeschienenen Flächen. Zu finden sind hier aber auch seltene Wildrosenarten, Habichtskräuter oder die eigentlich in Südfrankreich beheimatete Höhlenspinne (Nesticus eremita).
Prellerweg 47-49, Schöneberg

Tempelhofer Feld
Auf dem früheren Flughafen leben seltene Pflanzen, aber auch Vögel wie die Feldlerche, der Mäusebussard, Habicht und Neuntöter. Eingänge am Tempelhofer Damm, Columbiadamm, Oderstraße. Öffnungszeiten ab 6 Uhr bis 20.30 Uhr (April, September), bis 21.30 Uhr (Mai, August), bis 22.30 Uhr (Juni, Juli).
www.gruen-berlin.de/tempelhofer-feld

Waldweide- und Rieselfeldlandschaft Hobrechtsfelde
Hier leben Konik-Pferde, Rinder und Wasserbüffel. Die Weidetiere sorgen durch die Beweidung für den Erhalt der halboffenen Waldlandschaft, die wiederum Grundlage für seltene Arten ist. Bitte die Wege nicht verlassen, Weidetiere nicht füttern und Hunde anleinen.
Gut Hobrechtsfelde, Hobrechtsfelder Dorfstraße 45, Panketal, www.pro-weidetiere.info


Stadtnatur schützen

Die massive Verbreitung des in Berlin ursprünglich nicht vorkommenden Amerikanischen Sumpfkrebses belegt einmal mehr, dass Tiere und Pflanzen nicht einfach ausgesetzt werden dürfen: Das Gefüge in der Natur reagiert hochsensibel – sogar auf lediglich gebietsfremde Arten. Das zeigt auch die Wirkung von Gartenabfällen auf Trockenrasen. Auf der Fläche des Biesenhorster Forstes etwa werden immer wieder Pflanzenreste aus angrenzenden Kleingartenkolonien abgelegt. Hobbygärtner gehen – fälschlicherweise – oft davon aus, Natur sei gleich Natur. Doch beim Zersetzen der Pflanzenreste kommen neue Nährstoffe in den Boden, die das Ende bisheriger damit das Ende Pflanzengemeinschaften bedeuten, die sich an das nährstoffarme Gebiet angepasst haben. Ab 2020 dürfen laut Bundesnaturschutzgesetz in der freien Landschaft ausschließlich gebietsheimische Gehölze gepflanzt werden.
berlin.nabu.de

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