Retro-Indie-Rock 

Black Honey im Privatclub

Straßenkreuzer, Motelzimmer: Black Honey erinnern an die Indie-Bands aus den Neunzigerjahren, an Garbage oder auch No Doubt. Dazu ein bisschen Shoegaze-Gitarrengewitter und tanzbare Momente

Foto: H Brown

Auch wenn sie aus dem entspannten südenglischen Seebad Brighton stammt: Die vierköpfige Band Black Honey bedient sich der Ikonographie eines längst verblichenen Amerikas: ausladende Straßenkreuzer, eine blond toupierte Femme Fatale, abgeranzte Motelzimmer, in denen Abgründiges passiert – und am Ende des Videos zum Song „Hello Today“ fährt die retrohaft gestylte Sängerin Izzy Baxter Phillips mit ihrem Cadillac in die endlosen Weiten der Wüste, um dort jemand zu verbuddeln. Kurzum: Black Honey zitieren eine sehr tarantinoeske Ästhetik, wie man sie auch von Lana Del Rey kennt. Die sich ja wiederum von Nancy Sinatra inspirieren ließ.

Untermalt ist das Ganze allerdings mit deutlich krachigeren, modernen Klängen. Die erinnern vor allem an die Indie-Bands aus den Neunziger Jahren, an Garbage oder auch No Doubt. Dazu ein bisschen Shoe­gaze-Gitarrengewitter und tanzbare Momente, fertig ist die Dekaden umspannende Mischung.

Black Honey bringen viel unter einen Hut und machen das auf eine sehr eingängige Weise. In ihrer Heimat haben sie mit ihrem DIY-Ethos, ihrem Soundmix und der entsprechenden Präsentation, etwa den erwähnten Videos, einen mittelschweren Hype ausgelöst. 2014 erschien die erste Single. Bis dann 2018 das erste Album „Black Honey“ folgte, gab es Appetithäppchen in Gestalt von EPs und unermüdliches Touren. Diese Live-Erfahrung hört man ihnen jetzt an.

Privatclub Skalitzer Str. 85, Kreuzberg, Sa 22.6., 20 Uhr, VVK 16,60 €

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