Kommentar

„Blöd, wenn die Performance Pause macht“ von Stefanie Dörre

Starten wir mal mit dem positiven Beispiel: „Faust“, Anne Imhofs Arbeit im Deutschen Pavillon der Venedig-Biennale, ist jeden Tag zu sehen. Also nicht die ganze

Stefanie Dörre

Die ganze vierstündige Aufführung gibt es nur an 14 der 197 Tage, die die Biennale läuft. Aber an all den anderen wird immerhin eine auf zwei Stunden und vier bis sechs Performer verkleinerte Version gezeigt. Womit man nicht unbedingt rechnen konnte. Denn die Performer müssen bezahlt werden, sie brauchen Kost und Logis. Sie könne auch nicht, wie die ebenfalls im Deutschen Pavillon beschäftigen Einlasser, acht Stunden am Stück arbeiten. Nein, so eine Performance ist richtig teuer. Deshalb ein großes DANKE an alle, die das finanzieren. Es wäre ja auch wirklich extrem enttäuschend, wenn das Biennale-Publikum ausgerechnet die Arbeit, die mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet wurde, nicht sehen könnten.
Dennoch: Manch ein Kurator wird sich heimlich nach den Zeiten zurücksehnen, als Werke noch Dinge waren. Einmal hingehängt oder -gestellt, fertig. Doch die Performance wird immer wichtiger und nimmt in der zeitgenössischen Kunst einen immer größeren Raum ein. Da ist es ganz schön nervig, wenn die Infotafel an der Wand auf den „Performance Video Room“ verweist, wo man sich das Video der längst gelaufenen Preview-Performance gern ansehen könne – in Venedig kein Einzelfall.

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