Kino & Film in Berlin

„Borderland Berlin“ im Zeughauskino

Die Reihe "Borderland Berlin" blickt zurück auf die Auswirkungen der Berliner Mauer

Die Berliner Mauer gab es bekanntlich zweimal: einmal quer durch die Stadt und einmal in den Köpfen. Die erste Mauer stand lang und fiel schnell, die zweite Mauer hielt sich länger. Man kann deswegen eine Filmreihe über das geteilte Berlin nicht machen, ohne sowohl die eine wie die andere Mauer zu berücksichtigen. Im Stadtbild ergab der konkrete Mauerverlauf viele eigentümliche, teils fast komische Situationen (worüber sich auch so mancher populäre Film später lustig gemacht hat, siehe „Sonnenallee“). Einige der besten Dokumente über den Verlauf der Mauer und ihre Wirkung in der Anatomie der Stadt finden sich in Spielfilmen. Zum Beispiel in dem feministischen Klassiker „Redupers – Die allseitig reduzierte Persönlichkeit“ von Helke Sander aus dem Jahr 1978, in dem die Spannung zwischen den Geschlechtern und auch allgemein eine auf Gegensätzen beruhende Gesellschaft die besondere Situation einer Frontstadt zwischen den Systemen hervorheben. In der Filmschau „Borderland Berlin“, die das Zeughaus zum 25-jährigen Jubiläum der Wende ausrichtet, ist der Film von Helke Sander ein zentrales Dokument, dem auf der anderen Seite des historischen Umbruchs der Dokumentarfilm „November Days“ von Marcel Ophüls entspricht, eine Ortsbesichtigung in der nun offenen Stadt, in der die Menschen sich gleichsam immer noch die Augen reiben. Das einmal mehr exzellent kuratierte Programm versammelt Beiträge aus der DDR und aus dem Westen, dazu neuere Arbeiten aus dem Bereich der historischen Aufarbeitung. Ergänzt wird die Reihe durch Amateuraufnahmen, experimentelle Mauerperspektiven und – auch dort wurde eifrig gedreht – Aufnahmen aus dem militärischen Bereich.  

Text: Bert Rebhandl

Foto: Zeughauskino

Borderland Berlin 31.10. bis 9.11. im Zeughauskino Berlin, ?Eröffnung am Fr 31.10. um 20 Uhr

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