Kommentar

„Boss“ von Erik Heier

In einem meiner Lieblings-Tagträume sitze ich bei „Wer wird Millionär?“, Günther Jauch stellt mir die Eine-Million-Euro-Frage, „Wie heißt die erste Band von Bruce Springsteen?“

Erik Heier

Und ich, die Antwortoptionen gar nicht abwartend, springe auf, rufe „The Castiles“ und laufe jubelnd durchs Studio wie dereinst Mario Götze durchs Maracana. Der eine oder andere meiner Bekannten weiß vielleicht, dass ich ein Faible für den Mann aus New Jersey habe. Jetzt ist bei Heyne Springsteens Autobiografie „Born To Run“ erschienen, die genauso heißt wie das allererste Buch über ihn von Dave Marsh, aber hey, der Boss hat diesen Song geschrieben, er könnte auch alle seine Pferde „Born To Run“ nennen, wenn er wollte, er darf das einfach. Das Fast-700-Seiten-Buch ist natürlich die großartigste, satzgirlandenhafteste, schwelgerischste, anekdotensatteste, witzigste, nachdenklichste und traurigste Musiker-Autobiografie aller Zeiten. Und wer etwas anderes behauptet, ist wahrscheinlich Dylan-Fan. Darin gibt es so wunderliche Dinge wie auf Autoersatzteile und unspielbare Gitarren spezialisierte Läden, jugendliche Erektionen an Wollröcken, bizarre Egotrips, Erdbeben in L.A., ein „Konzert für Nicaragua“ in Ost-Berlin und überhaupt viele Bühnen, auf denen Wunder passieren, Nacht für Nacht für Nacht, hin und wieder war ich sogar dabei. Und falls jemand glaubt, Heyne würde mir hierfür jetzt einen Arsch voll Geld zahlen: Nee, das habe ich einfach so geschrieben. Gern geschehen. Ich kriege ja irgendwann noch eine Million von dem Jauch.

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