Dokumentarfilm

„Botticelli Inferno“ im Kino

Seinen Kinostart verdankt dieser Dokumentarfilm über einen grafischen Bilderzyklus des italienischen Renaissancemalers Sandro Botticelli sicherlich dem Blockbuster „Inferno“ nach einer Vorlage von Dan Brown, in dem die Illustrationen der Höllenbeschreibungen aus Dante Alighieris „Göttliche Komödie“ eine Rolle spielen.

Foto: Schuelke Cinema Consult
Foto: Schuelke Cinema Consult

Doch trotz guter Bildqualität, mit der Botticellis digital restaurierter und extrem detailreicher Höllentrichter hier in Szene gesetzt wird, ist der Film eher eine populärwissenschaftliche Fernsehdoku – mit der Betonung auf populär. Doch „Botticelli Inferno“ schlägt sich nicht schlecht, solange Autor und Regisseur Ralph Loop dicht an der Geschichte von Herkunft und Bedeutung des einst im Auftrag der Medici entstandenen Kunstwerks bleibt, von dem allein 85 Zeichnungen heute im Berliner Kupferstichkabinett aufbewahrt werden.

Allerdings leistet sich der Film auch immer wieder seltsame Abschweifungen: Passanten nach ihrer Vorstellung der Hölle zu befragen oder minutenlang die Technik moderner Computergrafik zu erklären, um dann festzustellen, dass Botticelli um 1480 natürlich ohne dieses Hilfsmittel auskommen musste, ist schlicht absurd. 

Botticelli Inferno D/I 2016, 96 Min., R: Ralph Loop, Start: 3.11.

Bewertungspunkte3

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