Kunst und Museen in Berlin

Bunker in der Reinhardtstraße

Was lange währt, wird endlich gut: Nach vierjähriger Sanierungszeit hat der Bunker an der Reinhardtstraße seine Pforte geöffnet. Er beherbergt eine hochkarätige Privatsammlung zeitgenössischer Kunst.

BunkerDer Wuppertaler Werbefachmann Christian Boros hat sie zusammengetragen. Nach Voranmeldung können sich Abenteuerlustige in kleinen Gruppen durch die Bunkerräume führen lassen.

Sein Verstand sagte nein, und die Banken rieten: Tu’s nicht. Doch Christian Boros ist einer, der die Herausforderung sucht. So stürzte er sich „in einem Anflug von Naivität“ vor fünf Jahren ins Abenteuer und erwarb den monströsen Bunker an der Reinhardtstraße. Meterdicke Betonmauern erschwerten die Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes. Aber nun ist’s geschafft. Der Werbeprofi thront obenauf in seinem gläsernen Penthouse, unter ihm die gebunkerte Kunst.

Christian Boros„Ich kaufe Kunst, die ich nicht verstehe“, lautet das Credo des Chefs der Wuppertaler Boros GmbH. Ganz so unverständlich wirkt etliches dann aber doch nicht, was am gegenwärtigen Markt für eine zahlungskräftige Klientel angeboten wird.

Vom „Imperativ, nachzudenken“ über Raum und Geschichte, spricht der Besitzer, der die Künstler auch aufforderte, auf die Gegebenheiten einzugehen mit eigens Geschaffenem. „Kunstjogging“ möchte er unterbinden. Besucher müssen Führungen folgen. „Das höchste Gut geistiger Freiheit, die Kunst“, die dem Sammler als einzig angemessene Füllung für den Bunker erschien, soll, entsprechend vermittelt, zur Auseinandersetzung anregen. Auf- oder anrühren und verstören tut sie eh kaum mehr.

Text: Andrea Hilgenstock (lesen Sie den kompletten Text im tip 13/08)

Bunker Reinhardtstraße 20, Mitte,
ab Juni Sa+So, Einlass nur nach Voranmeldung für eine Führung,
Eintritt: 10 Euro,
Infos unter www.sammlung-boros.de