Disco-House

Carsten Erobique Meyer: Die lebende Diskokugel

Carsten Erobique Meyer balsamiert am Neujahrsabend verkaterte Seelen

Kann sogar rauchen: Carsten Meyer Foto: Robin Krahl / Wikimedia Commons / CC-by-sa 4.0

Der erste Januar. Ein Tag, der jede und jeden vor eine wichtige Entscheidung stellt. Die Altlasten des vergangenen Jahres bzw. Abends mit einem Tag im Bett beklagen? Oder rausgehen und es mit Energie begrüßen? Carsten „Erobique“ Meyer hat diese Entscheidung für sich wohl schon getroffen. Wie im letzten Jahr zelebriert der 48-jährige Westfale den kalendarischen Neuanfang mit seiner Fangemeinde im Festsaal Kreuzberg.

Besinnlich – zumindest im Sinne eines Neujahrs-Oratoriums – dürfte es dabei nicht zugehen. Doch für Party-Enthusiasten und passionierte Tänzerinnen ist die Musik von Erobique wohl so etwas wie Balsam für die Seele. Mit Disco-House der feineren Sorte begeistert der Wahl-Hamburger seit Jahren die Schnittmenge aus nostalgischen Plattensammlerinnen und Ravern.

Stilprägend ist dabei der Genre-Eintopf aus Technoelementen, souligen Sehnsuchtsakkorden und Lyrics, in denen Erobique den Spagat zwischen kluger Selbstironie und unterhaltender Albernheit meistert. Diesem Prinzip folgt auch seine facettenreiche Arbeit abseits der Clubs als Komponist für Theater und Film. 2000 zog er nach Hamburg zu seinem Kollegen DJ Koze. Seither arbeitet er immer wieder auch mit anderen Hamburger Größen wie Studio Braun zusammen und steuerte etwa die Musik zur Serie „Der Tatortreiniger“ bei.

Erobique ist damit zwar nicht zur berühmtesten, aber definitiv zu einer festen Größe deutscher Musik und Unterhaltung geworden. Und als solche kann man seine Fans eben auch am Neujahrsabend in den Club locken.

Festsaal Kreuzberg Am Flutgraben 2, Alt-Treptow, Mi 1.1. 20 Uhr, ausverkauft

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