Folk

Chantal Acda im Privatclub

Im Treibsand: Chantal Acda entwickelt aus der Ruhe einen enormen Sog

Foto: Hanneke Wetzer

Musik gibt es, in der man versinkt wie in Treibsand. Zunächst erscheinen die Klänge harmlos, warm und wohlig – und bald steckt man so tief in der Seele der Künstlerin, dass man sich ohne fremde Hilfe kaum mehr befreien kann. Dieser sirenenhafte Zauber, der nur sehr wenigen Sängerinnen tatsächlich gegeben ist, macht die Kunst der Chantal Acda aus.
Geboren in den Niederlanden und aufgewachsen in Belgien, gehört die 39-Jährige schon länger zu den wichtigeren Komparsinnen der Indie-Szene. Musiziert hat sie schon bei den Isbells und A Winged Victory For The Sullen, spielte mit Musikern von dEUS, der Sängerin von Múm und Shahzad Ismail (u.a. Tom Waits, Bonnie „Prince“ Billie). Aber erst mit Peter ­Broderick von Efterklang traf sie einen wirklichen Bruder im Geiste, ihr gemeinsames Projekt Sleepingdog ist das beeindruckende ­Ergebnis dieser Kollaboration.
„Bounce Back“ ist erst ihr zweites Album unter eigenem Namen, und hörbar ist darauf auch der Einfluss von Nils Frahm. Minimalistische Strukturen am Piano oder auf der akustischen Gitarre, die sich minimal verschieben und damit eine maximale Wirkung erzeugen. Dazu erzählt Acda mit verträumter Stimme intime Geschichten von großer Tiefe und Dunkelheit. Treibsand eben.

Privatclub Skalitzer Str. 85 – 86, Kreuzberg, Mi 24.5., 20 Uhr, VVK 19,40 € zzgl. Gebühren

 

 

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