Jazz-Pop

Charlotte Cardin in der Kantine Am Berghain

Endlich englisch: Gemodelt hat Charlotte Cardin nur, um Musik machen zu können

Foto: Gaëlle Leroyer

Es gibt schlimmere Studentenjobs, als als ­Model für Elite, eine der größten Model-Agenturen der Welt mit Sitz in Paris, zu arbeiten. Doch für Charlotte Cardin war es tatsächlich nicht mehr als ein notwendiges Übel, um ihre Miete zu bezahlen. Obwohl vielgebucht kam die 23-Jährige deshalb auch nie in Versuchung, ihren Traum einer Musikerinnenkarriere fürs Modeln an den Nagel zu hängen.

2016 veröffentlichte sie ihre erste EP, die in ihrer Heimat Kanada sofort großen Anklang fand. Mit verführerischer, vollmundiger Stimme singt Charlotte Cardin darauf zu minimalistisch arrangiertem, verjazztem Pop. Dass sie Otis Redding, Nina Simone, Etta James und Aretha Franklin zu ihren musikalischen Inspirationen zählt, wundert da nicht.

Auf ihrer zweiten EP „Main Girl“ vom Herbst 2017 erweiterte sie ihr bis dato klassisches, aber halt auch eher rückwärtsgewandtes Klang-Repertoire um eine urbane Note. Dezente R’n’B-, Electro-Pop- und Hip-Hop-Einflüsse mischen sich unter. Vor allem die Percussion setzt auf filigrane Klicks und Beats.
Zudem entschied sie sich, von nun an ausschließlich auf Englisch zu singen. Charlotte Cardin wuchs zwar bilingual auf mit Englisch und Französisch als gleichwertige Sprachen, in ihrer Familie wurde aber Französisch bevorzugt. Auf Englisch zu texten, falle ihr dennoch leichter, erklärte sie gegenüber Noisey/Vice: „Bei französischen Texten mache ich mir mehr Druck, weil ich mit der Sprache vertrauter bin.“

Kantine Am Berghain Am Wriezener Bahnhof, Friedrichshain, Mo 5.3., 20 Uhr, VVK 20,25 € zzgl. Gebühren

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