„Chernobyl Diaries“ im Kino

Chernobyl Diaries

Wenn der Schauplatz Tschernobyl heißt, kann der Zuschauer sich denken, was dort auf sechs erlebnishungrige Twens aus dem Westen wartet, die beim Russen ihres Vertrauens einen Tag Extremtourismus buchen. Die Geisterstadt Pripjat in der Nähe jenes Ortes, wo sich 1986 eine Katastrophe im Atomreaktor ereignete, wird zum Ort des Schreckens, als die Gruppe ihres Touristenführers beraubt wird und feststellen muss, dass es hier weitaus größere Gefahren als wilde Tiere gibt. Jeder Kinogänger, der Wes Cravens „The Hills Have Eyes“ (bzw. dessen Remake durch ­Alexandre Aja), Christopher Smiths „Creep“ oder einen ähnlichen Film gesehen hat, ahnt, wer sich hier herumtreibt. Dabei weiß das Regiedebüt von Brad Parker (erdacht und produziert von Oren Pehli, dem Verantwortlichen für die „Paranormal Activity“-Filmreihe) durchaus zu gefallen, weil es nicht auf Splattermomente setzt, sondern über weite Strecken bei der Erzeugung des Schreckens auf die Fantasie des Zuschauers baut und dabei vor allem mit der Tonebene arbeitet. Auch die Schlusspointe bewegt sich im Rahmen des ­Gewohnten, aber für anderthalb Stunden vermag der Film durchaus spannende Unterhaltung zu bieten.

Text: Frank Arnold

Foto: 2012 Oxford Tpurs LLC / Warner Bros. Pictures

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „Chernobyl Diaries“ im Kino in Berlin

Chernobyl Diaries, USA 2012; Regie: Bradley Parker; Darsteller: Devin Kelley (Amanda), Jonathan Sadowski (Paul), Ingrid Bolsш Berdal (Zoe); 86 Minuten; FSK k.A.

Kinostart: 21. Juni

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