Malerei

Christina Ramberg im KW: „The Making of Husbands“

Das KW entdeckt mit „The Making of Husbands“ die 1995 verstorbene US-Künstlerin für Berlin

Christina Ramberg, Waiting Lady, 1972, acrylic on Masonite, 22 3/4 × 34 1/4″. © Estate of Christina Ramberg

Die in Deutschland noch weitgehend unbekannte, 1995 verstorbene Christina Ramberg, die zu den „Chicago Imagists“, einer dem Surrealismus und der Art Brut sehr nahestehenden Nachkriegs-Künstler*innengeneration zählt, ist jetzt mit ihrer ersten großen Einzelausstellung „The Making of Husbands – Christina Ramberg in Dialogue“ außerhalb der USA zu sehen.

Im KW Institute for Contemporary Art sind aktuell 14 Gemälde und zwölf Zeichnungen der Künstlerin ausgestellt. Ihre Themen sind gerade hochaktuell, da sie den weiblichen Körper und die Drangsal, der er durch Gesellschaft und Mode ausgesetzt ist, in den Fokus nimmt. Ramberg konnte diese Positionen bis in den US-amerikanischen „Playboy“ bringen, wo zwei Arbeiten von ihr 1974 die Kurzgeschichte „The Golden Madonna“ von Joyce Carol Oates illustrierten.

Rambergs typisch dunkle und doch klaren Arbeiten, die oft Korsett und Unterwäsche als Repressionsinstrumente thematisieren, werden im KW von 13 Positionen anderer Künstler*innen wie Alexandra Bircken, Sara Deraedt, Gaylen Gerber, Frieda Toranzo Jaeger, Konrad Klapheck, Ghislaine Leung und Richard Rezac gespiegelt und ergänzt, die sich ebenfalls mit den Themen Konditionierung und Körperlichkeit auseinandersetzen. 

Auf die Idee, Ramberg in einer großen Ausstellung in Berlin vorzustellen, kam KW-Kuratorin Anna Gritz in der Glasgower Galerie 42 Carlton Place, wo sie einige ausgesuchte Arbeiten der Künstlerin sah. Mit KW-Chef Krist Gruijthuijsen, der bereits die über 80-jährige kolumbianische Künstlerin Beatriz González mit ihren ebenso bunten wie politisch komplexen Arbeiten in den Fokus genommen hatte, fand sie offensichtlich auch einen guten Mitstreiter, um diese hier bisher unbekannte Künstlerin nach vorne zu bringen. Iris Braun

KW Institute for Contemporary Art Auguststr. 69, Mitte, Mi–Mo 11–19, Do bis 21 Uhr, 14.9.–5.1., 8/ erm. 6 €