Essen & Trinken in Berlin

Chutnify in Prenzlauer Berg

Indisches Essen in Berlin ist Quatsch mit zu viel Soße? Das Chutnify zeigt, dass es anders, vor allem zeitgenössischer geht.

Chutnify in Prenzlauer Berg

Das Entree sorgt für einen kurzen indischen Moment. Un­ordnung, Trubel, Orientierungs­losigkeit. Sind zwar nicht die Straßen von Hyderabad hier, aber der Service hat den Andrang noch nicht wirklich im Griff. Wir landen an einer Art Tresen im unteren der beiden street-food-bunten Räume. Ein eher informeller Platz, der andererseits gut zur Küche des Chutnify passt. Indian Street Food mit Augenmerk auf Qualität und, im Rahmen des europäisch Möglichen, Authentizität. Kein in Rahmsoße ertränktes Hühnchenfleisch. Stattdessen: der Duft von Koriander. Und ein Bhelpuri (4,20 Euro), mit dem uns das Chutnify herzlich empfängt. Reis, Tomaten, rote Zwiebeln, Erdnüsse. Eine simple, frische Vorspeise. Schwer wird dieses indische Essen auch den Rest des Abends nicht. Allerdings war das ­Tandorri Chicken Dosa (8,20 Euro) ein wenig zu sehr auf die namensgebenden, handwerklich guten Chutneys angewiesen. Das (Bio-)Hühnchen im Reismehl-Fladen schmeckte so intensiv nicht. Aromatischer war da das vegetarische Mean Green Dosa (7,60 Euro), basierend auf dem nordindischen Paneer-Käse. Ach ja, auch die Bar machte einen guten Eindruck, zumal der Gin Tonic auf dem Subkontinent ja sein Heimspiel hat. Wir aber blieben beim indischen Kingfisher-Bier und einem sauer-salzigen, gar nicht europäisierten Lassi.   

Text: Clemens Niedenthal

Foto: Chutnify

Chutnify Sredzkistraße 43, Prenzlauer Berg, ?Tel. 44 01 07 95, Di–So 12–23 Uhr, www.chutnify.com

Kommentiere diesen Beitrag

Kommentiere diesen Beitrag

Kommentare