Berliner Kinolandschaft

Die Corona-Krise setzt auch den Kinos in Berlin zu

Der Corona-Virus wütet in Berlin und gefährdet die Kinos: Die Zeiten, als man mit dem Betreiben einer Lichtspielstätte gutes Geld verdienen konnte, sind schon länger vorbei; viele Betreiber, auch in der so kinoaffinen Stadt Berlin, kommen gerade so über die Runden, kämpfen um Zuschauer und gegen zu schönes Wetter, leben, wie es Karlheinz Opitz von den Eva-Lichtspielen, sagt, „von der Hand in den Mund“

Auch das Kino Bundesplatz Studio ist von Corona angeschlagen, in ganz Berlin kämpfen die Betreiber um ihre Existenz.

Die aktuelle Krise hat die Lage nun dramatisch verschärft, laufende Kosten bleiben erhalten, ohne das die Kinoleiter*innen irgendwelche Einkünfte vorweisen können. Was tun? 

Zuallererst: Hoffen auf die Politik. Hier hat nun auf Landesebene gerade Kirsten Niehuus, Chefin des Film- und Kinoförderers Medienboard Berlin-Brandenburg (MBB), kurzfristige und – und da wird es ja gerade in Deutschland oft sehr schwierig – unbürokratische finanzielle Unterstützung zugesagt. So soll laut Branchendienst „Blickpunkt: Film“ jedes einzelne Kino, das sich für die MBB-Kinoprogrammpreise 2020 beworben hat, eine Soforthilfe in Höhe von 10.000 Euro erhalten. Und dafür haben sich erfahrungsgemäß sehr viele Kinos beworben. Kirsten Niehuus: „Liebe Kinobetreiber*innen aus der Hauptstadtregion, um schnell und unbürokratisch zu helfen, haben wir ein Nothilfeprogramm aufgesetzt. Wir sind uns der großen Herausforderungen und Nöte bewusst und tun, was wir können, um Euch zu unterstützen, denn das Gemeinschaftserlebnis Kino muss in all seiner Vielfalt erhalten bleiben!“ Lange wird diese Summe aber nicht reichen. 

Und sonst? Es gibt einige eher kleinere Filmverleiher, die einzelne Filme als Video-On-Demand-Angebot im Netz zur Verfügung stellen, der so erwirtschaftete Erlös soll dann zu einem gewissen Teil befreundeten Kinos zukommen. Das sind Verleiher wie Grandfilm (www.grandfilm.de, mit der Miniserie „La Flor“), Rise and Shine Cinema (www.riseandshine-cinema.de, mit dem Dokumentarfilm („Waterproof“) oder Eksystent (www.eksystent.com, mit dem Film „Isadoras Tochter“). 

Was natürlich immer möglich ist: Support your local cinema! Karlheinz Opitz vom Eva und Peter Latta vom Bundesplatz-Kino erzählen, dass sich über ihr Online-Gästebuch schon Stammkunden gemeldet haben, die ihr Lieblingskino finanziell unterstützen wollen, mit Kino-Gutscheinen, Spenden, zinslosen Darlehen. Damit das Lieblingskino auch nach diesem Corona-Mist auch noch das Lieblingskino ist. Martin Schwarz

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