„Crazy, Stupid, Love“ im Kino

Cracy_Stupid_LoveVier Jahre Altersunterschied sind normalerweise kein Problem zwischen Verliebten – es sei denn, der Junge ist 13 und das Mädchen 17 und nominell immer noch seine Babysitterin. Die Situation wird zusätzlich kompliziert, wenn das Mädchen in den Vater des Jungen verliebt ist und dieser eigentlich für den Teenager viel zu alte Herr plötzlich wieder auf dem Markt der Geschlechter ist, weil gerade die Ehe in die Brüche gegangen ist. Weitere Komplikationen denkbar? In der Komödie „Crazy, Stupid, Love“ gibt es davon noch eine ganze Menge, denn die beiden Regisseure Glenn Ficarra und John Requa, die ein Drehbuch von Dan Fogelman verfilmt haben, zielen tatsächlich auf das Phänomen Liebe selbst, in all seinen Verzweigungen und Spielarten und in fast allen Altersgruppen außer Kinder und Senioren.

Ausgelöst wird alles durch eine ein wenig an den Haaren herbeigezogene Idee: Cal Weaver (Steve Carell) versucht in einer Bar darüber hinwegzukommen, dass seine Frau Emily (Julianne Moore) ihn betrogen hat und die Scheidung will. Der junge Playboy Jacob Palmer (Ryan Gosling) sieht das Elend von Cal und nimmt ihn unter seine Fittiche. In gewisser Weise hängt in „Crazy, Stupid, Love“ alles davon ab, dass Menschen ihre Einsamkeit nicht verstecken, sondern mit ihr in eine Bar gehen und dort mehr oder weniger verzweifelte Begegnungen in Kauf nehmen. Und vor diesem Hintergrund soll sich dann doch die zentrale Hollywood-Idee des „Soulmates“ durchsetzen, der Person, die man nur einmal im Leben trifft (und von der man sich dann besser nicht leichtfertig scheiden lässt).

Ficarra und Requa kriegen das hin, allerdings um den Preis, dass sie mehrere Liebeskomödien in einer gedreht haben – man könnte fast schon von einer enzyklopädischen Liebeskomödie sprechen, die von Wes Anderson („Rushmore“) bis Kristen Wiig („Brautalarm“) alles im Blick hat, sogar noch die berühmten „Komödien der Wiederverheiratung“. Dabei treffen die beiden Regisseure sehr häufig den richtigen Ton, sodass sich am Ende die Rührseligkeit in Grenzen hält, wenn auch das vielfache Happy End noch einige Zwischentöne mehr vertragen könnte.

Text: Bert Rebhandl

Foto: Warner Bros.

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Crazy, Stupid, Love“ im Kino in Berlin

Crazy, Stupid, Love USA 2011; Regie: Glenn Ficarra, John Requa; Darsteller: Steve Carell (Cal Weaver), Julianne Moore (Emily Weaver), Ryan Gosling (Jacob Palmer); 118 Minuten; FSK 12

Kinostart: 18. August

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