Ambient-Pop

Daniel Lanois spielt im Lido

Der ewige Tüftler: Die Produzentenlegende Daniel Lanois wagt sich ins Rampenlicht

Foto: Marthe Vannebo

Fast ein ganzes Jahrzehnt lang, ungefähr von 1985 bis 1995, war es fast unmöglich, keine von Daniel Lanois produzierten Platten zu ­hören. Zunächst gemeinsam mit seinem Mentor, dem Ambient-Pionier Brian Eno, bald aber auch allein maßschneiderte der Kanadier die von sphärisch schwirrenden Gitarrenmustern durchwirkten Soundkleider epochaler Alben wie „The Unforgettable Fire“, „The Joshua Tree“ und „Achtung Baby“ (U2), „So“ und „Us“ (Peter Gabriel), „Oh Mercy“ (Bob Dylan) oder „Wrecking Ball“ (Emmylou Harris). Die Zusammenarbeit mit den Neville Brothers bei deren Comeback-Album „Yellow Moon“ (1989) nahm er zum Anlass, vom kalten Ontario ins trubelige New Orleans umzuziehen.
Dass Daniel Lanois‘ spät gestartete Solokarriere – er war 38, als sein Debüt „Acadie“ 1989 endlich erschien – trotz beeindruckender Gästelisten stets im Schatten seiner Produzententätigkeit blieb, dürfte er verschmerzen. Ohnehin hatte man nie den Eindruck, als würde Lanois seinen Kunden den Platz im Rampenlicht neiden. Er ist halt der ewige Studiotüftler, der seine Vision eines schwerelos zwischen Dub, Ambient, Space Jazz, Gospel, Cajun Blues und Americana flottierenden Individualstils für keinen Charterfolg der Welt verraten würde. Was übrigens nicht heißen soll, dass der 65-Jährige auf der Bühne nicht energisch in die Saiten seiner exquisit sortierten Gitarrensammlung greifen würde.

Lido Cuvrystr. 7, Kreuzberg, Sa 12.8., 20 Uhr, VVK 33 €

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