Kunst und Museen in Berlin

Das ARTAQ-Festival macht Halt in Berlin

Wie ein Fisch in der Stadt: Streetart ist der derzeit wohl unangefochtene Publikumsliebling in der Sparte UrbanArt/Graffiti.

streetartDas zeigt nicht nur die rapide wachsende Zahl an StreetArt-Künstlern beziehungsweise solchen, die gern welche wären, sondern auch ein Event wie die kürzlich stattgefundene Stroke UrbanArt-Messe. Diese Entwicklung ist kein One-Hit-Wonder, was dadurch deutlich wird, dass die Stroke zwar das erste Mal in Berlin, dem StreetArt-und Graffitimekka, stattfand, es sich aber um die dritte ihrer Art handelte. Und es hört nicht auf. So findet im Stattbad Wedding unter der Schirmherrschaft des französischen Vereins ARTAQ das erste Street­ArtAward-Festival statt. Mit dem Stattbad wurde eine Location gewählt, die sich in letzter Zeit als formidabler Ausstellungsort, speziell für UrbanArt, mit Events wie der Urban Affairs 2009 etabliert hat.

ARTAQ hat sich vorgenommen, die Wahrnehmung der Streetartists und ihres Schaffens auf eine professionellere Ebene zu heben und Streetart noch stärker als anerkannte Kunstform zu etablieren. Die ARTAQ-Jury wählte aus 320 Bewerbern verschiedener Kategorien wie Skulptur, digitale Kunst, Collage, Fotografie und In-Situ Performance Werke aus, die zunächst in Paris und jetzt in Berlin ausgestellt werden. Im Gegensatz zur Stroke, die Berlin nur für ein Wochenende beglückte, kampiert das Festival zwei Wochen in Berlin. Genug Zeit für DJs, die neben den optischen noch für akustische Reize sorgen, und genug Zeit für die von „Reporter Ohne Grenzen“ präsentierten, unter dem Thema Meinungsfreiheit stehenden Livepaintings der ausgestellten Künstler. Unter den Teilnehmenden sind auch bekannte Berliner Künstler wie emess. Sein kürzlich onlinegestelltes Video „City Music Berlin“, in dem er selbstgebaute, windgetriebene Musikboxen in Vogelhausform in der Stadt postiert, lässt derzeit Fanherzen höher schlagen.

streetartDas ARTAQ-Konzept, unter allen Bewerbern die Sieger, die dann die Ausstellungsteilnehmer sind, im Vorhinein und durch eine Jury zu küren, macht den wesentlichen Unterschied zu bisherigen Streetart-Batteln aus. So gab es zwar bereits Events wie „secret wars“, ein oft länderübergreifender Wettkampf innerhalb der StreetArt-Szene, meist zwischen zwei Künstlern oder Künstlerteams. Doch diese Veranstaltungen hatten eher szeneinternen Charakter und waren Live-Battles vor Publikum. Das Award-Festival erreicht jedoch eine andere Dimension. Durch die Entscheidung, die Wettkampf-Komponente vorwegzunehmen, treten StreetArt und ihre (besten) Protagonisten im großen Stil abseits der Straße an die Öffentlichkeit. Dass diese Interesse an UrbanArt hat, hat sie bereits deutlich gezeigt. Immerhin erfreuen sich Mode, Ausstellungen und sogar Werbekampagnen mit StreetArt-Elementen größter Beliebtheit. Entsprechend laufen die Vorbereitungen für das zweite ARTAQ-Award-Festival bereits.

Text: Josef Dube

Foto: Artaq

ARTAQ-Festival Stattbad wedding Gerichtstraße 65, Wedding, 26.11.-12.12., Do-Sa 14-22 Uhr, So+Mo 12-18 Uhr, www.stattbad.net

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