Tragikomödie

„Das Leuchten der Erinnerung“ im Kino

Eine letzte Reise: „Das Leuchten der Erinnerung“ lässt langsam aber sicher nach

Foto: Concorde

Dem italienischen Regisseur Paolo Virzi verdanken wir gute Filme wie „Die süße Gier“ (2013) oder „Die Überglücklichen“ (2016). In seinem ersten englischsprachigen Werk schickt er nun ein greises Ehepaar auf eine letzte Reise. Dabei verquickt er komödiantische und sentimentale Momente mit der Frage nach dem Vermächtnis jedes Einzelnen. Was bleibt von uns, wenn das Ende naht?

Mehr als 50 Jahre sind Ella (Helen Mirren) und John (Donald Sutherland) verheiratet, ein gut eingespieltes Team. Doch bei dem pensionierten Lehrer John schreitet die ­Demenz fort, und auch Ella geht es körperlich nicht gut. Zum Entsetzen der beiden erwachsenen ­Kinder startet das Paar mit dem uralten Wohnmobil namens „The Leisure Seeker“ (so der Originaltitel) einen Urlaubstrip, immer an der US-Ostküste entlang Richtung Süden. Ihr Ziel: das Haus von Ernest Hemingway in Key West, das der passionierte Amerikanist John schon immer besuchen wollte. Unterwegs zeigt Ella ihrem Liebsten auf Campingplätzen alte Dias, um sein Gedächtnis zu trainieren.

Helen Mirren gibt die impulsive Ella, die gerne mit Wildfremden plaudert; Donald Sutherland glänzt als Greis, dem das Wichtigste langsam abhanden kommt: sein Geist. Virzi spielt ­virtuos auf der Gefühlsklaviatur, scheut den Scherz ebenso wenig wie die ­Melancholie oder gar etwas Kitsch. Ein ­weiterer schöner Film für jene Generation ­jenseits der 60, die dem Kino treu bleibt.

The Leisure Seeker (OT) I/USA 2017, 113 Min., R: Paolo Virzi, D: Helen Mirren, Donald Sutherland, Christian McKay, Start: 4.1.

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