Romanadaption

„Das Löwenmädchen“ im Kino

Ken Duken hat in diesem zwischen Märchen und Historienfilm oszillierenden Coming-of-Age-Drama einen so furiosen wie kurzen Auftritt

Foto: NFP Christine Schroeder

Sein „Echsenmann“ ist ob seines speziellen Äußeren ebenso stigmatisiert wie die Protagonistin des Films, das „Löwenmädchen“. 1912 kommt Eva in einer norwegischen Gemeinde zur Welt, die Mutter stirbt bei der Geburt. Zudem ist Eva von Kopf bis Fuß mit hellgelbem Haar bedeckt; bald steht ein interessierter Professor am Bett des Babys. Der Vater (Rolf „Wallander“ Lassgård) indes schafft es kaum, seine Tochter anzuschauen. Ein Kindermädchen muss her, damit niemand im Dorf von Evas Besonderheit erfährt. Sie verbringt ihre Kindheit eingesperrt.
Der auf einem norwegischen ­Roman beruhende Film aber ist auch eine Befreiungsgeschichte, und so dauert es nicht lange, bis wir Eva erstmals unter „normalen“ Menschen erleben. Zwei hübsch fotografierte Kino-Stunden, ein starker Cast und großartiges ­Make-up. Die Inszenierung aber ist zäh geraten, nimmt nur momentweise Fahrt auf – etwa, wenn Dukens Echsenmann die Leinwand mit seiner feuerroten Haut illuminiert.

Lovekvinnen (OT) N/D 2016, 126 Min., R: Vibeke Idsoe, D: Aurora Lindseth Løkka, Mathilde Thomine Storm, Rolf Lassgård, Start: 14.9.

Kommentiere diesen Beitrag

Kommentiere diesen Beitrag

Kommentare