Fine Dining

Das Slate in Mitte

Schwein gehabt: In der Elisabethkirchstraße ist nun das ebenso empfehlenswerte Slate zuhause

Slate Berlin

Wo eben noch das Schwein (eine baldige Wiedereröffnung in der Mommsenstraße sei noch immer geplant) zuhause war, bittet nun das ähnlich positionierte Slate zu Tisch. Das smart-elegante Ambiente mitsamt der Bar zur Linken ist geblieben. Hinzugekommen sind eine kleine Lounge mit Cocktailsesseln und eine erfreuliche Barkarte, darauf etwa ein „aged“ Negroni sowie feine Barfood-Happen à la Tatarstulle. Der Service ist fast schon überschwänglich. Hat man reserviert, liegt ein handgeschriebener, personalisierter Begrüßungsbrief bereit. Mancher Kellner kniet, wenn auch lässig, am Tisch. Noch sei nicht alles ausgereift, erfährt man. So soll die Weinkarte mit Betonung auf deutschen Weingütern und Ausflügen zu renommierten Erzeugern aus der übrigen Welt noch wachsen. Etwas verwunderlich: Am Nachbartisch wird derselbe rote Spanier aus der Magnumflasche empfohlen. Egal, harmonisch und mit leichten Tanninen passt der zur Taube, die mit Dinkel-Wacholder-Crunch, gebratenen Kräutersaitlingen und einem mit cremigem Kartoffelpüree bedeckten Taubenleber-Ragout interpretiert wird. Auch der Lachs mit Sellerie und Grapefruit, aufgegossen mit einer pikanten Brühe mit Ingwer und Zitronengras, sowie die geräucherte Makrele mit Krabbenchips und Minigurkensalat bereiten Geist und Gaumen Vergnügen. Dass da ein richtig Guter hinter stecken muss, wird mit Lukas Bachl, einst Sous-Chef im Zwei-Sterne-Restaurant Lorenz Adlon Esszimmer, bestätigt. Unter dem Dutzend Gerichte (4 Gänge 57 Euro, mit Wein 95 Euro), fällt eigentlich nur das eine Stunde bei 63 Grad gegarte Onsenei mit Gremolata, Lardo und Pimente d’espelette in einer ausgehöhlten Kartoffelhälfte ab. Die Knolle ist nicht gar, dem Ganzen fehlt der letzte Kick. Dennoch: ein so ambitionierter wie geglückter Start, wir hoffen mit Durchhaltevermögen.

Slate Elisabethkirchstr. 2, Mitte, Di–Sa 18.30–22.30 Uhr, www.slateberlin.com

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