Kommentar

„Das war 2016“ von Stefanie Dörre

Das große Thema des Jahres 2016 war so riesig, dass man es kaum erkennt

Stefanie Dörre

Es ist nämlich keine einzelne Ausstellung oder Personalie, sondern die Neustrukturierung der gesamten Berliner Museumslandschaft. Und die zeigt sich dem Publikum momentan nur als Leerstelle. Die Neue Nationalgalerie ist zu, die Museen Dahlem schließen, die Sanierung des Pergamon Museums wird bis 2023 dauern (und doppelt so teuer wie geplant), fürs Humboldt-Forum (Eröffnung 2019) ist endlich ein überzeugendes Konzept fürs Innenleben gefunden. HKW und Kunst-Werke machen ab ­Januar nach sechs Monaten Schließzeit wieder Programm.
Und während wir, die Besucher, eben nichts sehen, wird im Inneren der Häuser die Zukunft geplant. Wie kann das Museum auf die Herausforderungen der Globalisierung und Digitalisierung reagieren? Welche Fragen werden die Menschen beschäftigen, wenn die Museums­tanker wieder aufmachen? Mit welcher Art von Didaktik können sie ein neues, jüngeres, internationaleres Publikum erreichen? Was werden die Digital Natives für einen Begriff vom Original haben? Wie finden wir aus dem Eurozentrismus heraus? Die Antworten sind nicht leicht zu finden. Daran gescheitert ist die Berlin Biennale mit der oberflächlichen Idee, das Digitale und Reale bzw. Werbung, Kunst und Konsum wären eigentlich alles eins. Es sind eher Künstler wie Halil Altındere oder Nasan Tur und Galerien wie Savvy Contemporary, die uns da durch Blickwinkel jenseits des Eurozentrismus neue Perspektiven eröffnen.

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