Essen & Trinken in Berlin

So war’s im Restaurant Spindler

Tradition und Moderne. Kein Zeitgeist, eher eine zeitlose Eleganz. Darum geht es den Weinen von Oliver Zeter wie dem Restaurant Spindler von Frank Spindler und Karolina Preis

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Das ist in so fern von Bedeutung, da wir es hier mit der für das kulinarische Leben so gestaltungshungrigen Spezies der Quer- oder besser gesagt Neueinsteiger zu tun haben. Dort der Winzer Oliver Zeter aus Neustadt in der Pfalz, kein Traditionsweingut in der zwölften Generation, sondern einer, der die Tradition begründet hat. Nur: Wie macht man das, ein Weingut ganz ohne Weinberge. Oliver Zeter macht es mit einer Leidenschaft und einem Talent für eine junge, gleichsam allgemein verständliche Weinsprache. Seine  Vorstellung von einem eleganten, kompletten Sauvignon Blanc, den er inzwischen sogar als Schaumwein ausbaut, haben ihm den Weg geebnet. Seine roten Cuvées, auch sie mit dem sympathisch gezeichneten Bären auf dem Etikett, haben ihn endgültig in der deutschen Weinlandschaft etabliert.

Etabliert ist wohl auch das Spindler. Seit zwei Jahren am Paul-Lincke-Ufer zuhause hat es trotz seines durchaus zeitgenössischen Designs – warmes Licht, dunkles Holz, schön inszenierte Blicke –   schon viele und schöne Geschichten zu erzählen. Ein Hauptstadtlokal gewiss. Wozu auch die Küche von Nicolas Gemin ganz zentral beiträgt. Der Teller mit dem roh marinierten Lachs, dem Dreierlei von der Bete, dem Ricotta und den Pickles etwa. Das tip-Weinmahleins präsentiert von Priceless Berlin war mit diesem Gang in der Mitte angekommen. Auch für das Spindler ist dieser Teller zentral: Der Franzose Gemin, und in seiner Küche wird tatsächlich französisch gesprochen, hatte Frank Spindler und Karolina Preis damals vor zwei Jahren mit just jenem Teller von sich überzeugt.

An diesem Abend überzeugte er im Hauptgang mit einer Schulter vom Uckermärker Weidelamm (vom Weinmahleins-Partner Filet & Co). Dazu Linsen, Kartoffelschaum, Topinambur, ein Kräuterseitling – und eine Rauchbiersauce. So schaffte es also auch das Bier hinein in dieses fünfgängige Weinmenü eines der versiertesten Handwerksköche des kulinarischen Berlin. Einer, bei dem auf jedem Teller viel passiert, ohne dass auch nur eine Zutat oder eine Zubereitung der puren Inszenierung dienen würde. Schön, wenn dieser Nicolas Gemin Berlin noch lange erhalten bleibt.

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