Melodram

“Deine Juliet“

Liebe und ­Literatur – Bücherclub-Spurensuche auf einer britischen Kanalinsel: Deine Juliet

Foto: Studiocanal / Kerry Brown

Heute ist das zu den ­Kanalinseln gehörende Guernsey vor allem ein schönes Urlaubsziel für Touristen und – weniger schön – eine Steueroase für Finanzdienstleister. Geografisch betrachtet liegen die Kanalinseln vor der Küste Frankreichs, was ihnen während des Zweiten Weltkriegs auch die Besetzung durch deutsche Truppen bescherte. Letzteres ist der Ausgangspunkt dieses romantischen Dramas: Als sie nachts einem deutschen Wachposten begegnen, benötigen einige Bewohner von Guernsey dringend eine Ausrede für ihr Aufbleiben. Ihre Behauptung, sie hätten gerade die „Guernsey Literary and Potato Peel Pie Society” (so der Originaltitel des Films) ­gegründet, lässt sie bald tatsächlich den ­Betrieb des Literaturclubs aufnehmen.

Davon erfährt nach dem Krieg die englische Schriftstellerin Juliet Ashton (Lily James, Foto, li.), die sich auf den Weg nach Guernsey macht, um über die kulturell interessierten Inselbewohner zu berichten. Wird Juliet sich nun vom schriftstellerischen Ruhm verlocken lassen oder gar von ihrem reichen US-Verlobten, der sie mit nach New York nehmen will? Oder wird sie sich in die Insel verlieben und in den armen Dawsey (Michiel Huisman, re.) gleich dazu, der so rührend für die kleine Tochter der während der Nazibesetzung deportierten Elizabeth sorgt?

Naja, wirklich fragen muss man sich das nicht in einem Film, in dem jede Wendung immer ein wenig zu vorhersehbar und niedlich wirkt, als dass sie eine dramatische Wirkung ­erzielen könnte. Milde unterhaltsam ist die hübsch fotografierte Literaturverfilmung von Regieveteran Mike Newell trotzdem – nicht zuletzt aufgrund des breiten Lächelns des momentanen It-Girls Lily James.

Guernsey Literary and Potato Peel Pie Society (OT), GB/USA 2018, 124 Min., R; Mike Newell, D: Lily James, Michiel Huisman, Jessica Brown Findlay, Tom Courtenay, Start: 9.8.

 

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