Der Nahe Osten

Der Nahe Osten Berlins: Schloss Biesdorf

Eigentlich ist das Schloss Biesdorf nur eine riesige Stadtvilla. Trotzdem wird es mit erstaunlich anspruchsvoller Kunst und einem Café bespielt

Foto: Frank Sperling

Kurz bevor das obligatorische Autohaus und der Baumarkt den Stadtrand ankünden, zeugen Türmchen noch einmal von der Berliner Gründerzeit: auf Schloss Biesdorf, das gar kein Schloss ist, sondern eine riesige Stadtvilla. Dennoch hat das Haus alles, was ein Schloss heute so braucht: ein Café mit Blick auf den kleinen Park, einen Museumsshop und Ausstellungen. Letztere leisten mehr, als in Schlösschen sonst üblich, denn hier hat das Zentrum für Kunst und öffentlichen Raum (ZKR),  das Kulturprojekt der landeseigenen Grün-Gesellschaft, seinen Sitz. Unter Leitung der Kuratorin Katja Aßmann aus dem Ruhrgebiet bringt es Arbeiten avancierter Zeitgenossen mit denen von Künstlern zusammen, die bereits in der DDR tätig waren. So lässt sich vergleichen, wie Landschaft in den Realsozialismus und Turbokapitalismus ins Bild fand und findet. Derzeit sind hier frühere Arbeiten derjenigen Künstler zu sehen, die jetzt neue Werke für das Gelände der IGA Berlin 2017 geschaffen haben. Diese Ausstellung wird bis zum 17. April verlängert. Am 27. April folgt „Zwischen Räumen“. Als Ausgangspunkt dienen hier das Berliner Stadtbild oder aber architektonische Skulpturen, die Gordon Matta-Clark in den 1970er Jahren aus Abrisshäusern in den USA freischlug. Zu den Teilnehmern der Schau zählen Ursula Strozynski aus Pankow, die bereits Ost-Berlin in melancholischen Radierungen umriss, genauso wie der Argentinier Tomás Saraceno und die slowenische Meisterin architektonischer Strukturen Marjetica Potrc.

ZKR im Schloss Biesdorf Alt-Biesdorf 55, Biesdorf, neue Öffnungszeiten ab 28.4.: Mi–Mo 10–18, Do 13–21 Uhr, 5/ erm. 2,50 €, https://gruen-berlin.de/zkr-schloss-biesdorf