Remake

„Der Unsichtbare“ im Kino

Von der literarischen Vorlage, dem gleichnamigen Roman von H.G. Wells (1897), ist in diesem Film wenig geblieben. Dort war es ein Wissenschaftler, der mit einem Serum experimentierte, sich selber unsichtbar machte, aber, als er feststellte, dass dieser Prozess nicht umkehrbar war, zunehmend geistig und moralisch verfiel.

2020 Universal Pictures / Mark Rogers

Hier ist es eine misshandelte Frau, die sich gegen eine unsichtbare Macht (hinter der sie ihren angeblichen verstorbenen Lebensgefährten vermutet) wehren muss und dabei weitgehend auf das Unverständnis ihrer Umwelt stößt. Das klingt nach einer höchst zeitgemäßen Variante für einen klassischen Horrorstoff. Doch das Drehbuch von Regisseur Leigh Whannell (Autor mehrerer „Saw“-Filme, Regisseur von „Insidious: Chapter 3“) beschränkt sich weitgehend auf vertraute Schreckmomente.

Auch wenn die überraschende Schlusspointe in Erinnerung an den Anfang des Films durchaus Sinn ergibt, ist dieser zweite Versuch, die klassischen Monster aus dem Hause Universal wiederzubeleben, ähnlich gescheitert wie der erste mit „Die Mumie“, der trotz Tom Cruise in der Hauptrolle vor knapp drei Jahren ein Fehlstart war. Damals warb man mit dem Aufwand und träumte davon, durch miteinander verknüpfte Filme ein „Dark Universe“, ähnlich dem „Marvel Universe“, zu kreieren. Dass man die Produktion des neuen Films in die Hände der Firma von Jason Blum legte, erschien als eine erfreuliche Alternative: ein eher unaufwändiger Film, der das Hauptaugenmerk auf originelle Figuren oder Plotwendungen legte – auch wenn das bei Blumhouse nicht immer so überzeugend gelang wie im Fall von „Get Out“. Und leider bleibt auch der Star (Elisabeth Moss) hinter ihren Möglichkeiten zurück. So dürfte der Soundtrack von Benjamin Wallfisch als nachhaltigste Erinnerung bleiben. Frank Arnold

Termine: Der Unsichtbare USA 2020, 110 Min., R: Leigh Whannell, D: Elisabeth Moss, Aldis Hodge, Storm Reid, Start: 27.2.

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