Berlinale 2019

Jonas Dassler: Der Wagemutige

Jonas Dassler ist der deutsche Theater- und Filmstar des Jahres. Jetzt spielt er die Rolle des Frauen- mörders Fritz Honka in Fatih Akins „Der goldene Handschuh“

Der Goldene Handschuh  © Gordon Timpen / 2018 bombero int. Warner Bros. Ent.

Als der Regisseur Lars Kraume Jonas Dassler 2017 für eine Rolle in „Das schweigende Klas- senzimmer“ besetzte, konnte er noch mit ruhigem Gewissen behaupten, dass es ihm wichtig gewesen sei, eher unbekannte junge Schauspieler für sein DDR-Politdrama aus- zuwählen. Keinesfalls, so Kraume damals, sollte sich das Publikum sagen: „Den kenn‘ ichdochaus…“EineHauptrollehatteDassler zu diesem Zeitpunkt im Kino gespielt: In Ju- lia Langhoffs Internet-Thriller „LOMO – The Language of Many Others“ überzeugte er als Blogger, der sich in den Abgründen des Webs verliert. Dafür gab es 2017 auch den „First Steps“-Nachwuchspreis.

Mittlerweile kann kaum mehr jemand behaupten, ihn nicht zu kennen. Denn Jonas Dassler ist der Shootingstar der Saison. Zum einen in Berlin am Maxim Gorki Theater, wo er seit der Spielzeit 2017/18 festes Ensemble- mitglied ist und bei Kritik und Publikum für Furore sorgt. Die nächste spektakuläre Pre- miere ist für Februar bereits angekündigt: In „Ein Bericht für eine Akademie“ (siehe S. 62) nach einer Erzählung Franz Kafkas verkörpert Dassler die Hauptrolle des Menschenaffen Rotpeter, der sich in die Welt der Menschen integrierthatundsichfragenmuss,obesdort nicht äffischer zugeht als bei den Affen.

Zum anderen startet Dassler nun auch im Kino richtig durch, denn Fatih Akin hat ihm die Hauptrolle in seiner Heinz-Strunk- Verfilmung „Der goldene Handschuh“ gegeben. Darin spielt Dassler als Beweis seiner Wand- lungsfähigkeit den alkoholkranken Serien- mörder Fritz Honka, der in den 1970er-Jahren auf St. Pauli sein Unwesen trieb. Jetzt zu sehen im Wettbewerb der Berlinale.  LARS PENNING

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