Stadtleben und Kids in Berlin

Detektive im Einsatz – So gestaltet sich der Alltag

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In den letzten Jahren hat sich die Anzahl der tätigen Privatdetektive nahezu verdoppelt. Der Job ist abwechslungsreich und spannend zugleich. Den Startpunkt bildet ein Auftrag ausgehend von einer Privatperson. In den meisten Fällen geht es darum, sich spezifische Informationen zu beschaffen. Wer in Gedanken an die Privatdetektive der TV-Welt denkt, bekommt jedoch ein vollkommen falsches Bild vermittelt.

Der Arbeitsalltag der meisten Detektive in Berlin im Einsatz übersteigt die eigentliche 8 Stunden Regelung, denn unter Umständen laufen die Observationen auch zu unorthodoxen Zeiten, an Feiertagen, oder Wochenenden. Reisen ins Ausland und das Ziel, den Auftrag zu erledigen, unabhängig von der damit zusammenhängenden Zeit, bestimmen den Beruf. Am Ende stehen weder Ruhm noch Bekanntheit im Fokus, sondern vielmehr der Dank der Kunden. So treten die Privatdetektive als die stillen Helden kniffliger Situationen und Herausforderungen im Hintergrund.

Der Klassiker der Tätigkeit als Privatdetektiv zielt auf vermisste Personen oder eine Überprüfung einer bestimmten Person. Um an mehr Informationen heranzukommen, ist es für einen Privatdetektiv wichtig, besonders diskret und vorsichtig vorzugehen und sich durch gezielte Zeugenbefragungen, Observationen und eine sensible Beobachtungsgabe hervorzutun. Zumeist sind Detektive als Freiberufler tätig, die einzig und allein von der Auftragslage leben und sich in einigen Fällen bestimmten Objekte anschließen, um hier Überwachungen zu übernehmen.

 

Was verdient ein Privatdetektiv?

Grundsätzlich ist es kaum möglich, konkrete Zahlen zu nennen, da die Verdienstaussichten relativ vielschichtig sind. Sie stehen im Zusammenhang ob der Privatdetektiv als Selbständiger Unternehmer, oder als Festangestellter Privatdetektiv arbeitet und der Berufserfahrung des Detektives. Bis zum heutigen Tage gibt es noch keine Tarifverträge für diesen Bereich. Es handelt sich um einen boomenden Berufszweig, den Detektive in den vielen Fällen selbstständig ohne bestehende Sozialversicherung ausführen; wovon jedoch gerade für Berufseinsteiger dringend abzuraten ist.

Normalerweise kalkulieren Detektive nach einem bestimmten Stundensatz, der in Verbindung mit einem Auftrag des Kunden steht. Dieser macht sich an der Komplexität einer Tätigkeit, dem Schwierigkeitsgrad, den anfallenden Reisekosten und dem Zeitraum fest. Die Kunden können sich auf Wunsch einen Kostenvoranschlag erstellen lassen, von dem die Detektei geringfügig abweicht. Unterhalb von 60-70 EUR brutto / Std. ist eine seriöse Ermittlungsleistung jedoch kaum zu erwarten.

 

Welche Ausbildung als Privatdetektiv gibt es?

Mittlerweile gibt es einen schulischen Zweig der Berufsausbildung, der im Angebot der privaten Bildungsträger, wie der IHK oder der ZAD, der Zentralstelle für die Ausbildung im Detektivgewerbe, steht. Dennoch fehlt ein bestimmtes Berufsbildungsgesetz, das Aussagen über die Dauer, die Lehrinhalte und die Berufsausbildung an sich definiert. Je nach Wunsch erfolgt die Ausbildung Teilzeit oder Vollzeit bis zu maximal zwei Jahre.

So macht es einen Unterschied, ob in der Ausbildung der Fokus auf der Kaufhausdetektei oder auf dem Privatdetektiv für Privatleute besteht. Eine weitere Entwicklung in diesem Bereich sind die Personenschützer und Security-Kräfte, die im Sicherheitsgewerbe aktiv sind. Eines ist eine bindende Voraussetzung, um später als Detektiv zu arbeiten: Ein sauberes polizeiliches Führungszeugnis, das vor Antritt der Ausbildung vorzulegen ist. Der Bewerber muss das 18. Jahr vollendet haben, um mit seiner Ausbildung zu beginnen.

Am Ende stehen eine Abschlussprüfung und ein Zertifikat von der privaten Bildungseinrichtung, die ihrem Auszubildenden in der gesetzten Zeit das nötige Rüstzeug und eine spätere aktive Arbeit als Detektiv mitgeben. Kunden legen Wert auf solche Nachweise und Zertifikate, da sie die Glaubwürdigkeit und die Authentizität eines Detektivs besonders in jungen Jahren erhöhen. In Kombination aus jahrelanger Lebenserfahrung, einem ausgesprochenen Know-how in der jeweiligen Branche und einer fundierten Weiterbildung. Die entscheidenden Kriterien sind in einer wachsenden Branche mitzubringen.

 

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Die wertvollen Eigenschaften eines echten Profis

Detektive im Einsatz sind vor allen Dingen belastbar und mit einer ausgesprochenen Ruhe ausgestattet. Sie dürfen nicht den Kopf verlieren, wenn einmal die Luft brennt und alles von einer zur anderen Minute schnell gehen muss. Ein Detektiv hat ein ausgesprochenes Empfinden für Gerechtigkeit und ist in der Lage, logische Dinge schnell miteinander zu verknüpfen, um Zusammenhänge zu erkennen. Selbst wenn eine Situation scheinbar aussichtslos erscheint, können die Profis in diesem Segment die positiven Aspekte herausziehen, um vielleicht die Wendung einzuleiten und ihren Auftraggebern neue Hoffnung zu geben.

Eine Übersicht zu den grundlegenden Kenntnissen und Themenbereiche der Privatdetektive:

  • Ermittlungstaktik und Observationstaktik
  • Kenntnisse der psychologischen Gesprächsführung
  • Persönlichkeitsrechte
  • allumfassendes Rechtsverständnis und konkrete Rechtskenntnisse

Insbesondere für Berufseinsteiger ist eine fundierte Ausbildung zu empfehlen, um sich mit den oben genannten Basics auszustatten und rechtlich verwertbare Berichte zu liefern.

 

Rechtlich verwertbare Informationen sammeln

Detektive bewegen sich eigentlich auf jedem Parkett sicher, ohne dabei aufzufallen. Sie verstehen die Etikette eines 5-Sterne-Restaurants, der Spielbanken bis hin in die Sauna und auf dem roten Teppich einer Vernissage. Sie besitzen die Kunst, sich an ihre Umgebung perfekt anzupassen und keinem in der Situation aufzufallen. Nur so ist es Ihnen möglich, wirklich authentische Informationen zu sammeln.

Das heutige Tätigkeitsfeld ist vor allen Dingen auf die Beweiserhebung übergegangen. Observationen und geeignete Maßnahmen bilden eine Basis, um wichtige Informationen von den Zeugen und den Zielpersonen zu sammeln oder bewegliche sowie unterschlagene Wirtschaftsgüter, Kunstgegenstände und Fahrzeuge aufzuspüren. In diesem Zusammenhang gilt es, die gewonnenen Informationen nach ihrer juristischen Wertigkeit zu dokumentieren und aufzunehmen, um sie wenig später zum Beispiel in einem Zivilverfahren einsetzen zu können.

Es gibt für Privatdetektive in Deutschland keinerlei Sonderrechte oder eine hoheitliche Befugnis. Sie unterliegen nach Paragraph 107 20 Abs. 1 der Strafprozessordnung dem „Jedermanns-Recht“, das sie zu einem Ermittler der Anwaltschaft macht. Die Polizeigewalt ist wiederum der Staatsanwaltschaft zuzuordnen. Im Prinzip ist das Ziel mit einem Auftrag einer Privatperson verbunden, Licht in das verworrene Dunkel eines ungelösten Falls oder einer vermissten Person zu bringen, ohne sich abseits der legalen Gesetzgebung zu bewegen.

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