Essen & Trinken in Berlin

Die Anatomie einer Bar: Karakas Bar.

Inhaber Marescha Rufert war erst Gast, jetzt steht er hinterm Tresen

KarakasBar1 Rosenhimmel
Vom mexikanischen Künstler El Diablo nur für den Barbereich entworfen, zieht sich das Rosen-Kunstwerk mittlerweile durch fast alle Räume. „Die Königin der Blume“ wurde schon im antiken Griechenland verehrt und wird bereits seit über 2000 Jahren als Zierpflanze genutzt. Rote Rosen gelten seit dem Altertum als Symbol für Liebe, Freude und Jugend­frische und wurden früher u.a. Aphrodite, Eros und Dionysos geweiht.

2 Karakas-Kaffee
Er existiert nur dank der anhaltenden Anfragen vieler Gäste, die es nach einem Heißgetränk gelüs­tete. Er ist kein wirkliches Heißgetränk, aber eines, das warm macht. Es handelt sich schlicht um einen goldenen Tequila. Er wird in Mexiko aus der blauen Agave gewonnen, hat einen leicht süßlichen Geschmack und eine kräftig schimmernde Berstein­farbe.

3 Caipirinha
Das aus Brasilien stammende Getränk wird in der Kurfürstenstraße bereits seit 22 Jahren, ganz klassisch mit Cachaca, Limetten, braunem Rohrzucker und Crushed Ice, ausgeschenkt. Der umgangssprachlich auf Caipi reduzierte Cocktail war früher, dank seiner einfachen Zubereitung, ein Getränk für arme Leute. Der Name ist abgeleitet vom brasilianischen Wort caipira, zu Deutsch: Land­bewohner. Kann abwertend aber auch Hinterwäldler bedeuten.

4 Ice-Crusher
Nicht zu verkaufen! Mindestens drei bis vier Mal im Monat muss Maresha Rufert diesen Satz sagen. Es handelt sich nämlich nicht um ein Gerät im Retro-Design, sondern um eine Maschine, die ihren Dienst seit über 15 Jahren versieht. Der Hersteller ist nach einer bedeutenden Hafenstadt Lateinamerikas (Einwohnerzahl circa 418.000) benannt, die an der Küs­te des brasilianischen Bundesstaates Sгo Paulo liegt. Nach ihr ist auch ein zweifacher Fußball-Vereinspokalsieger benannt. Der Fußballstar Pelй startete dort seine Karriere.

5 Batterie-Hase
Das bekannte Maskottchen eines Batterieherstellers kam 1973 das erste Mal zum Einsatz. Diesem Barhasen ist allerdings schon vor einiger Zeit die Energie ausgegangen. Hierher gelangte er durch eine Mitarbeiterin, die ihn beim Piratenwichteln gewann.

6 Kleinkunstbühne
Disco, Latino, Jazz, Chanson und Cabaret – auf der kleinen Bühne der Bar gibt es fast jeden Tag etwas zu sehen. Jeden Sonntag findet unter dem Motto „Colours of Night“ eine Burlesque-Aufführung statt. Im Gegensatz zum Revival-Burlesque, in dessen Zentrum der erotische Striptease steht, mischt die Künstlerin Nada Njiente ihre Performance mit kabarettistischen Elementen. So wie es ursprünglich in der im 19. Jahrhundert entstandenen Burlesque üblich war.

Recherche und Text: Martin Daßinnies

Foto: Jens Berger 

Karakas Bar Kurfürstenstraße 9, Schöneberg, Tel. 0177-394 08 04, U-Bhf. Kurfürstenstraße, Mi-Sa ab 20 Uhr, So ab 18 Uhr

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