Power-Pop 

Die Auszeiter: Mini Mansions spielen im Privatclub

Vom Nebenprojekt zur Allstar-Band: Mini Mansions erzählen noch mal einen Witz

Foto: Kii Arens

Das Schöne an Auszeiten: ­Fernab der Routine fällt einem wieder ein, was man genauso gern — oder noch lieber – machen würde. So ging es offenbar Michael Shuman. Für gewöhnlich spielt er Bass bei den breitbeinig aufgestellten Queens of the Stone Age. Als die Band eine längere Pause einlegte, ­nutzte Shuman das, um seinem Faible für luftigere Klänge nachzugehen. Zusammen mit Zach Dawes (auch mit den Last Shadow Puppets unterwegs) und Tyler Parkford (Tour-Keyboarder der Arctic Monkeys) nahm er Songs auf, die ihm über die Jahre eingefallen waren. Das Ergebnis war die schön verspulte Psychedelic-Pop-Platte „Mini Mansions“ aus dem Jahr 2010.

Jetzt ist die Band beim dritten Album angekommen. „Guy Walks Into Bar …“. klingt oft immer noch so, als würde sich jemand durch Radiokanäle zappen – in einer Welt allerdings, in der alle Sender die späten 70er- und die 80er-Jahre feiern: den New Wave ebenso wie den Schweinerock oder die Bee Gees.

Ihre Hommage ist hook-und hymnen­orientier und damit zugleich weniger experimentell als die frühen Songs. Die Vorabsingle „GummyBear“ etwa feiert die goldene Ära des Discosounds. Auf Textebene behandelt ­Shuman eine in die Brüche gegangene Beziehung und tut das auf ziemlich distanzierte Weise. Nicht umsonst zitiert der Albumtitel den Eingangssatz etlicher mittelmäßiger ­Witze „Guy Walks Into Bar …“. Schön, wenn man so knochentrocken auf sein Leben blicken kann – und ein erfrischender Kontrast zum überdrehten Sound.

Privatclub Skalitzer Str. 85-86, Kreuzberg, Di 20.8., 20 Uhr, VVK 23,80 € zzgl. Gebühren

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