Shopping und Stil in Berlin

Die Berliner Modegeschichte im Überblick

1836
Die Wiege der Konfektion

Valentin Manheimer verkauft vorgefertigte Kleidung in seinem Laden und löst damit eine Revolution aus – die Geburtsstunde der Konfektion. Durch die Erfindung der Nähmaschine wird ab 1860 die Bekleidungsproduktion ernorm gesteigert. Rund um den Hausvogteiplatz siedeln sich immer mehr Textilunternehmen an.
   
Die 20er-Jahre
Modemetropole Berlin

Der Export nach Amerika floriert. Unterstützt durch die Filmindustrie, entwickelt sich die Berliner Konfektion zum drittgrößten Wirtschaftsfaktor. Der „Berliner Chic“ bringt einen neuen Frauentyp hervor: Die flotte Großstädtin trägt Bubikopf und einen Kleidungsstil а la Marlene Dietrich.
   
1933 bis 1945
Krieg und Zerstörung

Mit dem Machtantritt der Nationalsozialisten trifft die Berliner Konfektion, die zu 90 Prozent in jüdischem Besitz ist, die Brutalität des Naziterrors. Namhafte Konfektionäre verlassen Deutschland. Ihre Unternehmen und Modehäuser werden „arisiert“.
   
1945 bis 1961
Wiederaufbau

Während die Stadt in Trümmern liegt, beginnt sich die Konfektion langsam zu erholen. In den 50er-Jahren entwickelt sich Berlin zu Deutschlands wichtigstem Produktionsstandort. Die Modell-Gruppe macht den „Berliner Chic“ weltberühmt. Uli Richter, Heinz Oestergaard, Staebe-Seger und viele mehr setzen Haute Couture aus Paris für die elegante Berlinerin um. Die Modemesse „Berliner Durchreise“ wird Treffpunkt von Händlern und Modejournalisten aus aller Welt.
   
1961 bis 1989
Das Ende der Konfektion

Kurz nach dem Mauerbau schließen ein Viertel aller Betriebe. Die isolierte Lage Westberlins hat weitere Konsequenzen für die Branche: Viele Modefirmen ziehen nach Westdeutschland und zeigen ihre Kollektionen in Düsseldorf. In den 70er-Jahren kommt die Berliner Mode fast völlig zum Erliegen. Stattdessen betreten in den 80ern junge Designer, wie Claudia Skoda, die Fashion-Bühne. 
   
1989 bis 2000
Aufbruchstimmung

Nach der Wende machen seltsame Kreationen auf der Modemesse Ave auf sich aufmerksam. Clubwear entsteht – mit Labels wie 3000 und NextGURUnow. Die Euphorie in Berlin der Wendezeit zieht junge Kreative aus aller Welt an. Sie kreieren in Hinterhöfen einen eigenwilligen Mix aus Streetwear und Haute Couture, der lange als „trashig“ verschrien ist.
   
2000 bis heute
Das neue Berlin

Ab dem Millennium setzt eine zunehmende Professionalisierung ein: Die Modemessen Bread & Butter und Premium Exhibitions etablieren sich. Zeitgleich entstehen Labels wie Firma, Lala Berlin, Kaviar Gauche und später Michalsky, die heute den Hauptstadt-Stil prägen. Seit 2007 bietet die Fashion Week vielen Berliner Designern eine internationale Plattform.
   

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