Tragikomödie

„Die brillante ­Mademoiselle Neïla“ im Kino

Professor Pierre Mazard ist ein Arschloch. Ein nicht bloß latenter Rassist, ein sarkastischer Misanthrop, der mit Verve andere bloßstellt. Als Dozent an einer juristischen Hochschule in Paris weiß sich Mazard zudem extrem eloquent auszudrücken.

Square One Universum

Die Studentin Neïla Salah (Camélia Jordana, li.) ­bekommt Mazards Fiesheiten gleich in der ersten Stunde seiner Vorlesung direkt zu ­spüren. Doch wegen rassistischer Schlenker ist er von der Hochschulleitung nun selbst angezählt. Seine letzte Chance: Wenn es ­Mazard gelingt, Neïla für den anstehenden Rhetorik-Wettbewerb zu coachen, behält er seinen Job. Ausgerechnet die arabischstämmige Frau mit Wohnsitz im Banlieue.

Neïla lässt sich auf dessen Nachhilfestunden in Sachen Rhetorik ein. Und die sind hart, auch weil Mazard Herausforderungen wie das laute Lamentieren in einer Bahn der Metro verlangt.

Genregemäß ist es wenig überraschend, dass es Neïla beim Rhetorik-Wettbewerb weit ­bringen wird. Aber es macht Spaß, der höchst lebendigen, in Frankreich auch als Musikerin bekannten Camélia Jordana bei ihrer Einführung in die Welt der „Sprache als Waffe“ zuzusehen; ­zudem hat das Drehbuch eine nicht allzu große und damit glaubwürdige Charakterverbesserungung bei Mazard vorgesehen. Und natürlich ist dies auch eine Verbeugung vor der (französischen) Sprache, die ja bei unserem westlichen Nachbarn einen ganz besonderen Stellenwert genießt und durch die altehrwürdige Académie française gehütet wird.

Die brillante ­Mademoiselle Neïla F 2017, 97 Min., R: Yvan Attal, D: Daniel Auteuil, ­Camélia Jordana, Yasin Houicha, Start: 14.6.

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