Kunst und Museen in Berlin

„Die Deutschen und der Wald“ im DHM

Das Deutsche Historische Museum nimmt unsere Wurzeln unter die Lupe.

Rast_im_Wald_um_1930Mit der Rolltreppe in den Wald: Die Chance bietet sich derzeit im Deutschen Historischen Museum, das im Untergeschoss auf 1.000 Quadratmetern „Unter Bäumen. Die Deutschen und der Wald“ präsentiert. Mit rund 400 Exponaten beleuchtet das vierköpfige Kuratorenteam die letzten 250 Jahre deutscher Waldkulturgeschichte: von der forstwirtschaftlichen Erkundung des Waldes über seine patriotische Verdichtung als deutscher Freiheitsraum bis hin zu seiner Inspirationskraft für Literatur und Malerei. Manches wirkt willkürlich und vielerorts verharrt die Ausstellung im bloßen Visualisieren, sodass selbst emotional aufgeladene Themen wie Waldsterben und Naturschutz den Besucher kaum berühren. Dem Kernstück der Ausstellung – die Gemälde deutscher Künstler von Romantik bis Gegenwart – fehlt der internationale Kontext, um die besondere Walddarstellung in Deutschland hervorzuheben.

Die Stärke der Schau liegt jedoch in ihrer offenen Struktur. Zwischen stilisierten Baumstämmen verliert sich der Besucher wie beim realen Waldspaziergang, um hier und da wahre Schätze zu entdecken, etwa den Weihnachtsberg, eine aufwendig geschnitzte Krippenszene aus dem 19. Jahrhundert, die Hohenheimer Xylothek, in deren Bänden fein säuberlich sortiert Samen, Blüten und Blätter aller Baumarten gesammelt wurden, oder die Fotografien eines Wettbewerbs zum internationalen Jahr der Wälder. Kinder sind besonders berücksichtigt. Hirsch Hubert führt sie zu ausgewählten Exponaten, mit dem „Waldpass“ (ab 8 J.) können sie selbstständig die Schau erkunden. Ein Begleitprogramm aus DEFA-Filmen, Märchenlesungen und Kinderführungen rundet die Familientauglichkeit ab.

Text: Verena Manhart

Foto: Voller Ernst

tip-Bewertung: Annehmbar

Unter Bäumen. Die Deutschen und der Wald Deutsches Historisches Museum, Unter den Linden 2, Mitte, tgl. 10–18 Uhr, 24.+25.12. geschl., bis 4.3.2012

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