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Die E-Zigarette als großer Trend – was steckt dahinter?

Erst zuletzt zeigten die Nachrichten wieder, dass die Industrie rund um die elektrische Zigarette nach wie vor riesig ist und ein Wachstum aufweist. Dabei gibt es mittlerweile jedoch Unterschiede unter den Nutzern der Dampf-Variante. Denn griffen anfangs eher Raucher zur E-Zigarette, um sich wenigsten einen Großteil der Schadstoffe zu sparen und einen gesünderen Weg zu wählen, ohne ganz auf die lieb gewonnene Gewohnheit zu verzichten, greifen heute auch vorherige Nichtraucher zur elektrischen Zigarette – gerade in Form der E-Shisha. Dieser Trend lässt sich nahezu überall beobachten und auch Berlin ist ganz vorne mit dabei. Und es gibt eine ganze Reihe von Gründen, warum inzwischen so viele lieber dampfen als zu rauchen.

Abbildung 1: E-Zigaretten liegen voll im Trend – doch woran liegt das? Foto: @ pixelloger (CC0-Lizenz) / pixabay.com

Warum gilt die E-Zigarette als trendy?

Zugegeben, anfangs wurde sie im Glücksfall belächelt, im Ernstfall verhöhnt. Die Anfangszeiten der E-Zigarette waren so unschön, wie es die damaligen Geräte waren: An Glimmstängel angelehnte, schwächlich dampfende Versionen, deren Spitze höllisch rot aufblitzte, wenn der Knopf gedrückt wurde. Es gab kaum Auswahl, die Dampfgeräte waren Wegwerfprodukte und die späteren Nachfüllversionen teuer. Und dann kam die Wende: die E-Zigarette als Lifestyleprodukt:

  • Tank statt Watte – die Zigarettennachahmer, wie auch die ersten nachfüllbaren E-Zigaretten, arbeiteten mit Watteverdampfern. Das Liquid wurde auf die Watte getropft, was gerne mal nicht funktionierte. Dann kam der erste Tank, in den das Liquid einfach eingefüllt wurde. Es war sichtbar, lief zuverlässig zur Heizspirale und die Tanks konnten immer wiedergenutzt werden. Einmal ausspülen, trocknen, neu füllen.
  • Optik – mit dem Umstieg auf den Tank brachte die E-Zigarette eine attraktive Gestaltung auf den Markt. Die Geräte wirkten nicht mehr wie ein Zigarettennachbau, sondern glichen einem Lifestyleprodukt.
  • Leistung – schwache Leistung? Nicht mit den neuen Geräten. Die Akkus bringen einen starken Dampfer munter durch den Tag und lassen sich notfalls schnell via USB aufladen.
  • Auswahl – hier trumpfte die neue E-Zigarette wahrlich auf. Denn es gab nicht mehr nur irgendwelche Watteverdampfer nach Vorgabe, sondern der Dampfer konnte plötzlich wählen, auf was er Lust hatte. Kaffee zum Frühstück? Kirsche am Vormittag und mittags Schokominze? Zugegeben kamen auch Aromen auf, die ungewöhnlich klingen: Brathähnchen, Sauerkraut oder Käsekuchen. Mittlerweile sind unglaublich viele Liquidgeschmacksrichtungen erhältlich.
  • Mit oder ohne? – mit der neuen Auswahl kam eine weitere Auswahl: Dampfer konnten und können wählen, wie stark das Liquid sein soll, also wie viel Nikotin es enthält. Gleichfalls gibt es nikotinfreie Liquids, welches es nicht nur erlauben, starke Liquids abzuschwächen, sondern eigentlichen Nichtrauchern gemütlich zu dampfen.

Die E-Zigarette ist natürlich auch aufgrund ihrer Beschaffenheit trendy. Da keine Stoffe verbrannt werden, stinkt sie bei der Nutzung nicht – abgesehen von einem Hauch des verwendeten Aromas. Zugleich sind die Nichtraucherschutzgesetze auf sie nicht vollständig anzuwenden, obwohl es hier natürlich Überschneidungen gibt. In Krankenhäusern oder im Wartezimmer des Arztes darf noch immer nicht geraucht werden – aber das sollte sich von selbst erklären.

E-Zigaretten in Discos und Lokalen – erlaubt oder nicht?

Grundsätzlich ist nicht klar zu sagen, wo auch in Verbotszonen gedampft werden kann und wo nicht. Fakt ist, dass weiterhin das Nichtraucherschutzgesetz gilt und sich Dampfer daran halten müssen. Zusammengefasst:

  • Diskothek – hier gilt das Hausrecht des Betreibers, wenn dieser Dampfer in der Raucherecke oder im Raucherbereich sehen möchte, ist das Dampfverbot einzuhalten. Ansonsten gilt, jedoch auf eigene Gefahr: Während des Konzerts oder auf der Tanzfläche mal schnell einen Zug nehmen, wird fast überall in Deutschland recht gelassen betrachtet.
  • Club – in Shisha-Bars oder Shisha-Clubs stellt sich die Frage nicht, dort darf natürlich gedampft werden. Für alle anderen Clubs gilt wieder das Nichtraucherschutzgesetz – oder die Erlaubnis des Inhabers.
  • Lokale – hier gibt es oft Unterschiede. Grundsätzlich gilt das Nichtraucherschutzgesetz, doch werden Restaurants oft von Cafés und Schnellrestaurants unterschieden. Und so ungerne es Dampfer auch hören, so gehört es sich nicht, im Restaurant zu dampfen, während andere Gäste speisen. In Cafés und Schnellimbissen ist das Dampfen häufig gestattet, doch auch hier gilt: Auf Verbotsschilder achten. Etliche Betreiber haben in der Vergangenheit eigens Verbotsschilder für die E-Zigarette ausgehangen.

Wer übrigens auf dem Weg in den Club mit der Bahn oder dem Zug fährt, der sollte sich gerade in Berlin auf in die Raucherzonen machen und im Zug gleich aufs Dampfen verzichten. Denn die Berliner Behörden machen Jagd auf »Raucherzonen-Verächter« und kassierten im Jahr 2017 bereits kräftig ab.

Was ist bei der E-Zigarette zu beachten?

Eigentlich ist die E-Zigarette überaus einfach zu bedienen. Seitdem es die großen Verdampfer mit inkludiertem Tank gibt, leckt auch nichts mehr. Trotzdem gilt:

  • Ersatzakku – ob in Form einer zweiten E-Zigarette oder nur der bloße Akku: Gerade, wenn es raus geht, sollte immer ein Ersatzakku dabei sein.
  • Nikotin – es gibt verschiedene Stärken, die mittels nikotinfreiem Liquid munter reguliert werden können. Allerdings sollte beim Dampfen darauf geachtet werden, dass das Nikotin langsamer wirkt. Zusätzlich hängt das Ganze auch von der Leistungsfähigkeit des Geräts ab. Ist der »Schmacht« erst da, ist das Dampfen bereits zu spät.
  • Zwei Stärken – etliche Liquids schmecken einfach so gut, dass Dampfer quasi dauernuckeln. Dagegen ist nichts einzuwenden, doch kennt jeder Ex-Raucher das Gefühl, wenn es einfach zig Zigaretten zu viel am Tag waren. Um dennoch nicht aufs Dampfen zu verzichten, kann in die zweite E-Zigarette ein nikotinfreies Liquid oder eines mit einer sehr niedrigen Dosierung genutzt werden.

Außerdem sollte niemand glauben, dass die elektrische Zigarette ein Hilfsmittel zur Rauchentwöhnung ist. Sie ist das E-Auto zum Diesel, aber weiterhin ein Auto. So ist sie die gesündere Variante und sicherlich eine Option, um von der Nikotinzufuhr über längere Zeit auf Dampfen ohne Nikotin zu kommen, dennoch bleibt die Gewohnheitssucht bestehen. Wer bislang nie geraucht hat, aber mal die E-Zigarette testen möchte: Gar nicht erst mit dem Nikotin anfangen.

Die E-Zigarette erfreut sich in Berlin wachsender Beliebtheit. Foto: @ Horwin (CC0-Lizenz) / pixabay.com

Fazit – lecker statt stinkend

In vielen Bereichen ist die E-Zigarette einfach praktisch. Es fällt nicht auf, wenn während des Konzerts schnell ein Zug genommen wird, sie stinkt weder das Auto noch die Wohnung voll und bietet unglaublich viel Abwechslung. Kein Wunder also, dass sie im Trend liegt. Umsteiger oder Einsteiger sollten dennoch nicht glauben, dass ihnen die elektrische Zigarette Rauchmöglichkeiten an jeder Ecke bietet: Auch sie fällt unter das Nichtraucherschutzgesetz.

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