Avantgarde

Die Einstürzenden Neubauten spielen in der Columbiahalle

Mondän vielleicht, aber nie langweilig: Einstürzende Neubauten

Foto: Mote Sinabel

Richtige Hits hatten sie ja nie, so mit Chartsplatzierung und Rotation im Radio. Für den Mainstream waren und sind die Einstürzenden Neubauten zu schwierig. Einst, in West-Berlin der 1980er, zu laut und radikal, später zu komplex und anspruchsvoll. In 37 Jahren, seit den ersten Auftritten mit Schrott und Bohrgerät, ist viel passiert: Häutungen, Neuausrichtungen, Auswechslungen. In aktueller Besetzung mit den Urmitgliedern Alexander Hacke am Bass und Schlagwerker N.U. Unruh, dazu Gitarrist Jochen Arbeit und Perkussionist Rudolf Moser, ist die Formation um Zentralgestirn Blixa Bargeld auch schon 20 Jahre unterwegs. Man schrieb Filmmusiken, bespielte den Palast der Republik, erfand das Crowdfunding im Musikgeschäft. Anfang des Jahres eröffneten die ehemaligen Bilderstürmer die Hamburger Elbphilharmonie. Derzeit touren die Neubauten mit ihren „Greatest Hits“, die wie erläutert keine herkömmlichen sind, Stücke aber, die die Band oft und gerne live spielt. Meist aus der mittleren und neueren Schaffensphase: „The Garden“, „Sonnenbarke“, „Sabrina“, „Redukt“ oder „Die Befindlichkeit des Landes“. Mondäne Kompositionen, dramatisch zuweilen, im Text von Bargelds hermetischer Poetik erfüllt und auf extravaganten Instrumentarium gespielt, aber nicht mehr in den gefährlichen Schmerzzonen des Klangs angesiedelt. Doch auch ohne die Brutalität der Anfangsjahre sind und bleiben die Einstürzenden Neubauten eine der innovativsten Formationen, die diese Stadt jemals hervorgebracht hat.

Columbiahalle Columbiadamm 13-21, Kreuzberg, Di 14.11., 20.30 Uhr, VVK 44 € zzgl. Gebühren

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