Sprechgesang

Die Fantastischen Vier spielen in der Max-Schmeling-Halle

Müssen nicht um ihren Status fürchten: Die Fantastischen Vier

Carsten Klick

Relikte der Jugendsprache wie „Buddie“ oder „flashen“ führen ein Nischendasein. Irgendwann werden sie ganz vergessen sein – aber nicht, solange Die Fantastischen Vier diese und andere vergilbte Wörter am ­Leben erhalten. Auf „Captain ­Fantastic“, dem aktuellen Album von Michi Beck, Thomas D, Smudo und And.Ypsilon wird nicht getrippt und getrapt, sondern mit den Buddies geflasht und gerockt. Peinlich klingt das trotzdem nicht.

Ohnehin: Beweisen mussten sich Die Fantas Anfang der 90er-Jahre mal, als sie deutschsprachigen Rap mit Alben wie „4 Gewinnt“ und „Lauschgift“ mitbegründeten. ­Mittlerweile kann ihnen kein noch so cooler Jungrapper ihren Status nehmen. Humorvoll waren die Vier schon in ihrer Frühphase – und sind es immer noch. Die große Stärke der Gruppe ist nämlich, dass vier schlurchige Lauchs verstanden haben, dass sie wirken wie schlurchige Lauchs und das in ihrer Musik selbstironisch verarbeiten. Zusätzlich reflektieren sie ­mittlerweile die politischen Verhältnisse.

Spaß muss sein mit Anfang 50, klar, aber mit allem abfinden wollen sich Die Fantas­tischen Vier deswegen nicht. Sie rappen ­gegen „Affen mit Waffen“ an, gegen regressive Gesellschaftsentwicklungen. Der wahre Grund, warum sich ein Fanta-4-Konzert noch immer lohnt, ist aber ein anderer. Die Band formuliert ihn auf „Hitisn“ selbst: „20.000 Menschen, alle am Springen, es ist, was es ist.“

Max-Schmeling-Halle Falkplatz 1, Prenzlauer Berg, So 13.1., 19 Uhr, ausverkauft

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