Kino & Film in Berlin

Die Hasenheide in Neukölln

Die Regisseurin Nana A.T. Rebhan hat Menschen in der Neuköllner Hasenheide porträtiert

Nana_Rebhantip: In Ihrem DokumentarfilmBerlin: Hasenheide“ widmen Sie sich dem größten Neuköllner Stadtpark. Worin unterscheidet sich die Hasenheide von anderen Berliner Volksparks?

Rebhan: Auf die Hasenheide trifft im Konkreten zu, was unser Bürgermeister, der Herr Wowereit, mal so schön für ganz Berlin auf den Punkt gebracht hat: Die Hasenheide ist „arm, aber sexy“. Ich glaube, dass der Freiraum, den man dort hat, noch um einiges größer ist als in anderen Parks. Und es gibt viel weniger Touristen als etwa im Tiergarten oder in Friedrichshain. Außerdem ist die Hasenheide fast 50 Hektar groß – auch dadurch ist einiges mehr möglich, denn vieles, was nicht offiziell erlaubt ist, verspielt sich…

tip: Sie porträtieren in der Hasenheide unter anderem musizierende Türken, afrikanische Fußballspieler und homosexuelle Nudisten. Gab es noch andere Menschen, die Sie dort gerne gefilmt hätten?

Rebhan: Oh ja, da hätte es problemlos noch einige Dutzend mehr Menschen gegeben. Aber ich musste ja auch so schon einige Lieblinge der Schere opfern: illegale Filmemacher, Capoheira-Tänzer, Mittelalter-Fans, die einen Schwertkampf aufgeführt haben, türkische Jugendliche beim Wasserpfeiferauchen, und und und…

tip: Waren alle porträtierten Teilnehmer sofort bereit mitzumachen oder brauchten Sie Überredungskünste??

Manche waren sofort begeistert von der Idee, Teil einer Doku zu werden, etwa die Nudisten. Andere – die afrikanischen Fußballspieler – waren anfangs sehr skeptisch, denn sie hatten bereits schlechte Erfahrungen mit Kamerateams gemacht. Ein privater Fernsehsender hat mit ihnen gedreht und sie nachträglich als Dealer diffamiert. Es war nicht einfach, sie davon zu überzeugen, dass ich anders bin und einen anderen Film machen will.     

Interview: Eva Apraku

Foto: David von Becker

Berlin: Hasenheide

Regie: Nana A.T. Rebhan, Deutschland 2010, 72 Minuten, Bundesweiter Kinostart: 14.10.

Premierenfeier im Moviemento,  Kottbusser Damm 22, Kreuzberg: 14.10.,  20.30 Uhr in Anwesenheit der Regisseurin; (noch wenige Restkarten vorhanden)

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