Tapas Bar

Die Mühen der Ebene: Tramuntana

Ein Gebirgszug stand Pate für das Tramuntana. Doch im einstigen Martha’s sind Gipfel rar

Ein Neuanfang an einer bekannten Adresse. Das lustvoll kulinarische Martha’s gibt es nicht mehr. Küchenchef Manuel Schmuck ist von Bord gegangen, ansonsten aber stecken hinter dem Tramuntana die Ex-Martha’s-Macher.

Foto: Tramuntana

Auch die Einrichtung mit großem Tresen, Hochtischen vorne und Sitzbänken im übrigen Gastraum erinnert noch an die alten Zeiten. Das neue Konzept: Soulfood im Tapasstil, vier Tellergrößen von 2,90 bis 8,90 Euro. Der Name mag sich auf die mallorquinische Gebirgskette Serra de Tramuntana beziehen, die Gerichte aber sind ein allzu internationaler Mix.

Für Spanien stehen die Patatas Bravas mit Chilisauce, feine Kartoffeleckchen mit ­einem allerdings asiatisch anmutenden Sößchen. Falafel mit Dip-Trio, Gurken-Feta-Röllchen und die tatsächlich herausragenden panierten Oliven mit Koriander-Kreuzkümmel-Dip sind eher im östlichen Mittelmeerraum anzusiedeln. Bei den viel zu „brotigen“ Rinderboulettchen mit Estragonsenf trifft Deutschland auf Frankreich, da kommt man nicht umhin, nach dem roten Faden all dieser „Tellerchen“ zu fragen.

Warum die Verniedlichungsform? Weil die Portionen auch angesichts der tatsächlich günstigen Preise ­äußerst klein bemessen sind. Und so bleibt zu wünschen, dass im Zuge der aktuellen „Shar­ing is Caring“-Mode nicht jedes handwerklich ambitionierte Szenelokal zur ach so lässigen, schlussendlich aber vor allem nachlässigen Tapas Bar mutiert. Manuela Blisse

Tramuntana

Grunewaldstr. 81, Schöneberg, Tel. 75 00 33 70, ­
Mo–Sa ab 17.30 Uhr, Tel. 75 00 33 70,
www.tramuntana.berlin

 

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