Mein erstes Mal

Die neue City-Toilette im Test

Der Klokampf ist entschieden, Wall hat die neue City-Toilette vorgestellt. Unser Redakteur Martin Schwarzbeck saß als Erster auf dem Pott

Was ist da los? Geht es nach dem rot-rot-grünen Senat, ist das neue Klokonzept eine der wichtigsten Errungenschaften der Koalition. Bisher wurden die stillen Örtchen von der Firma Wall betrieben, die dafür Berliner Werbeflächen vermarkten durfte. Der Senat kündigte den Vertrag, diskutierte die Ausstattung Berlins mit Öko-Trockentoiletten. Jetzt wurden die neue Klolösung vorgestellt. Sie läuft weiterhin mit Wasserspülung. Und der neue Betreiber ist: Wall. Bis zu 240 Millionen Euro für bis zu 350 Toiletten will der Senat zahlen. Und was ist an denen jetzt besser als an den alten? Wall-Geschäftsführer Patrick Möller sagt: „Unterfahrbare Waschbecken, Notrufknöpfe, Bewegungsräume: Die Barrierefreiheit ist zertifiziert nach neuesten Normen.“

Wie sieht’s aus? Der containerartige Bau ist sachlich schlicht. Eine Tür führt in einen großzügigen Hygienepalast, eine in einen Scheißverschlag, so beengt, dass man nicht vom Klo fallen kann. Hintendran sind frei zugängliche Edelstahlpissoirs. 20 Minuten auf-dem-Klo-sitzen kostet 50 Cent, wie beim Vorgängermodell. Nach jeder Nutzung öffnet sich die Wand hinter den Sitztoiletten, ein Reinigungsroboter fährt heraus und säubert die deckel- und brillenlosen Schüsseln. Zu den Klos gibt es sogar eine App, mit der man sie finden, bezahlen und bewerten kann.

Aufenthaltsqualität? Die Wände sind abwaschbar und sehen auch so aus, die Schallisolierung ist mangelhaft. Die Sitze sind zwar einigermaßen bequem, aber etwas zu niedrig und nach wie vor nicht gepolstert. Auf der Präsentation gibt es aufwendiges Catering und eine Laudatio nach der anderen – aber kein Toilettenpapier. Und: Das Pilot-Klo ist weder an die Wasserversorgung, noch an die Kanalisation angebunden. Ich breche den Versuch frustriert ab.