Theater und Bühne in Berlin

„Die Räuber“ am Maxim Gorki Theater

Antú Romero Nunes inszeniert "Die Räuber" am Maxim Gorki Theater

DieRaeuberDurchaus riskant werden Schillers „Räuber“ in Antъ Romero Nunes Ins­zenierung am Maxim Gorki Theater zu einer Dreiecksgeschichte zwischen den feindlichen Brüdern Franz (Paul Schröder) und Karl von Moor (Michael Klammer) sowie deren Trophäe Amalia (Aenne­ Schwarz) eingedampft. In drei Solonummern wird das Stück perspektivisch von den Protagonisten nacherzählt. Samt Regieanweisungen und Paralipomena, wie seit einiger Zeit Mode.

Polemische Juwelen des Textes („Theaterfeuer, das keine Pfeife Tabak anzündet“) werden retardierend wiederholt. Diskret wartet auch noch ein Chor der Räuber auf seinen Einsatz. Das zieht sich zunächst. Wenn Michael Klammer damit droht, so lange öde kabarettmäßig weiterzufaseln, bis „der Larry den Dong rausholt“, nehme ich die Drohung ernst und schaue scheu Richtung Ausgang. Und dann holt der Larry seinen Dong raus. Knalleffekt. „Theaterfeuer“. Plötzlich wird die Bühne von überraschend viel Schillertext, Pathos, Politik und „Apocalypse Now“ beherrscht, und man versteht, wie hinterhältig geschickt man bis dahin eingelullt worden ist. Fair ist diese Inszenierung nicht, dafür aber ­ziemlich brillant.    

Text: Andreas Hahn
Foto: Bettina Stoess
tip-Bewertung: Sehenswert

Die Räuber (Termine)
im Maxim Gorki Theater,
Karten-Tel.: 20 22 11 15

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