Dokumentation

„Die Schule auf dem Zauberberg“ im Kino ­

Erwartungsdruck: Radek Wegrzyn führt in die elitätr Welt der Schweizer Privatschulen, wo die Kinder der ganz Reichen für zukünftige Aufgaben vorbereitet werden

Farbfilm Verleih

Die fünf elitärsten Schulen der Welt liegen in der Schweiz – eine davon hat Regisseur Radek Wegrzyn mit seinem Team für ein Schuljahr besucht: die Leysin American School. Hier lernt der Nachwuchs des einen reichsten Prozents der Weltbevölkerung. Für den 12. Jahrgang geht es um den Abschluss, um den Start ins eigene Leben – oder doch nicht? Denn für viele ist der Weg vorgezeichnet, die Eltern erwarten die besten Noten für den weiteren Werdegang auf den Elitecolleges dieser Welt. Geld macht nicht glücklich, das weiß man. Geld kann sogar unglücklich machen – das weiß man auch. Durch die Erwartungen der Eltern entsteht bei vielen Schülern ein hoher Leistungsdruck.

Im Fokus: Berk. Bei dem Sprössling einer ­Unternehmerfamilie aus Istanbul ist unklar, ob er den Abschluss packen wird. Er steht sich selbst im Weg, sinniert über das Leben, darüber, was ihn glücklich machen wird. Nur eines weiß er: Die Zukunftspläne in der Wirtschaft, die sein Vater für ihn schmiedet, werden es nicht sein. Lieber würde Berk eine Bar oder ein Restaurant in Istanbul eröffnen, mit Freunden ein entspanntes Leben führen.

Sensibel und aufmerksam zeichnet die Doku das Bild einer überprivilegierten Jugend, die von Fragen gequält wird: Werde ich geliebt? Wer bin ich? Was will ich im Leben erreichen? Die wichtige Botschaft, von Berk treffend zusammengefasst: „Egal in welche Schicht wir geboren werden: Als Teenager haben wir alle dieselben Probleme.“ Auch die Kinderfotos des Produktionsteams im Abspann wollen wohl das aussagen: Wir waren alle mal jung. Wir sollten nie vergessen, wie das ist – Geld hin oder her.

Die Schule auf dem Zauberberg D 2018, 87 Min., R: Radek Wegrzyn, Start: 28.2.

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