Heavy Shoegaze

Die Shoegazer Nothing spielen im Cassiopeia

Nach dem Horror: Nothing aus Philadelphia meinen es ernst mit dem Punk-Ethos

Der Name dieser Band passt zur ihrer Vorgeschichte: Nothing-Frontmann Domenic ‚Nicky‘ Palermo musste bei Null anfangen, nachdem er den Namen der Hardcore-Truppe Horror Show, seiner vormaligen Band, zum Programm gemacht hatte – und wegen versuchtem Mord ins Gefängnis kam. Er selbst sprach von Notwehr. Egal, was nun stimmt: Insich­gehen war angesagt.
Kein Wunder, dass Palermo mit der neuen Band Nothing Musik macht, die bei aller
„Heavyness“ introspektiv wirkt. Mit dem ­Etikett Shoegaze ist die Band aus Philadelphia trotzdem nicht glücklich. Sie sehen sich in der Tradition von Punk. Und versuchen, dem auch wertemäßig treu zu bleiben: Kurz vor der Veröffentlichung des aktuellen Albums „Tired of Tomorrow“ suchte sich die Band ein neues Label, weil herauskam, dass ihre bisherige Firma Collect Records mit Martin ­Shkreli einen stillen Investor hatte, der für kriminelle Geschäfte in der Pharmaindustrie steht.

Auf Platte klingt der Sound von Nothing weniger punkig als meditativ – live wird da allerdings ein anderer Schuh draus, wie man kürzlich im Cassopeia erleben durfte. Laute Feedback-Schleifen, Headbanging-Orgien und ein Sänger, der schwankend Berlin lobte, denn: „Ihr habt gute Drogen. Wenn jemand was dabei hat, ich bin offen für alles. Aber ich habe kein Geld.“ Doch offenbar wenigstens einen Schutzengel.

Cassiopeia Revaler Str. 99, So, 13.8., 20 Uhr, 14,50 Euro

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