Essen & Trinken in Berlin

Die Vinantipasteria Petrarca in Mitte

Traditionell, weltoffen und typisch italienisch und dennoch anders als gewohnt: Die Vinantipasteria Petrarca überzeugt mit einem neuen Vorspeisen-Wein-Konzept

Die Vinantipasteria Petrarca in Mitte

Caprese und Carpaccio, ach nee, ein neuer Italiener und die üblichen Verdächtigen. Doch da hat man die Rechnung ohne Chefkoch Franco Petrarca gemacht. Denn die Italo-Standards in der kleinen, charmanten Vinantipasteria gegenüber der Reingold-Bar haben einen Twist, der sie in die Kreativliga, in der Italien sich zeitgenössisch und weltoffen präsentiert, katapultiert. Büffelmozzarella, wie in Rom im Ganzen serviert, und Cherrytomaten werden von getrocknetem Fischrogen, das Thunfisch-Carpaccio von einer Erdbeer-Vinaigrette, das Rinder-Carpaccio von Bohnen begleitet. Wie der Name schon vermuten lässt, wird vorrangig auf Antipasti und Wein gesetzt. Aber auch zwei „Pasta mal anders“-Gerichte wie die Lasagne mit Lachs und Erbsen sowie ein Fleisch- oder, montags bis mittwochs, Fischgericht stehen auf der Tageskarte, die sich preislich zwischen 6,50 und 15,50 Euro bewegt; die Käse zwischen 6 und 11 Euro, die Dolce liegen bei 2 bis 5 Euro. Dennoch: Das Petrarca, der aus Kampanien stammende Franco und die muntere Bedienung Giuseppe aus Sizilien kennt mancher noch aus dem Al Contadino Sotto Le Stelle, ist dennoch ein unverfälschtes Stück Italien. Das zeigt sich bei den Crostini mit sardischer Schweinebacke oder der Pastiera napoletana, einer neapolitanischen Ricotta-­Torte aus ganzen Weizenkörnern und Orangenblütenwasser, die traditionell zu Ostern oder Pfingsten gebacken wird. Die beiden kleinen Gasträume mit gut zwei Dutzend Plätzen versprühen eine Wohnzimmergemütlichkeit, über der langen Sitzbank an der Wand hängen nicht nur bestückte und leere Bilderrahmen, auch eine Korkenreihe zieht sich dekorativ entlang. Wer länger über der Karte brütet, dem zaubert Giuseppe weitere Vorschläge wie Pasta mit Salsiccia, Tomaten und Pecorino aus dem Hut, legt dem Gast seinen Lieblingswein ans Herz, einen Maddalena mit der weißen Rebsorte Malvasia bianca, der wie das Gros der Weine (Flaschen 19,50–67 Euro) aus der Basilikata kommt. Den gibt es ?auch in Rot, empfohlen wird er an Schlecht­-?wetter­tagen. Dann beschriften die munteren Petrarca-­Mannen die Tafel am Eingang mit dem Hinweis, dass eine Rotwein-Therapie ­äußerst hilfreich sei. Am Wochenende allerdings hat der Gast Pech, da hat das Petrarca geschlossen.    

Text: Manuela Blisse

Foto: Lena Gansmann

tip-Bewertung: Annehmbar

Petrarca Novalisstraße 8, Mitte, Mo–Fr 12–22 Uhr, ?Lunch 12–17 Uhr, Tel. 98 34 35 52, ?www.petrarcaberlin.com ?

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