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Freiluftfeiern

Draußenstadt: Programm soll Open-Air-Events schnell ermöglichen

Draußen tanzen in Berlin? Zur Zeit findet man viele, nicht angemeldete Partys in den Berliner Parks. Eigentlich wollen alle wieder zurück in die Clubs, um die Wochenenden in sicherer Umgebung durchzutanzen. Wann das geschieht, ist weiterhin nicht absehbar, die bisherigen Beschränkungen trüben viele das Tanzvergnügen. Seit Kurzem setzt sich das Berliner Pionierprogramm Draußenstadt für die Clubs ein und will Flächen für legale Open-Air-Partys erschließen. Kann das in der Pandemie funktionieren?

Das Tempelhofer Feld ist sehr beliebt für unangemeldete Tanzveranstaltungen. Gerne wippen hier viele im gleichen Takt zur Musik. Mit Hygienekonzept wäre das wirklich toll. Foto: Imago/Emmanuele Contini

Tanzverbot aufgehoben: Reicht das?

Die Inzidenzen sinken weiter und Berlin lockert. Vorhersehbar, nachdem im vergangenen Sommer das Gleiche passierte, nun wird auch noch geimpft. Alle sind froh, das Leben wieder ein wenig sorgenfreier zu gestalten, sich mit Freunden zu treffen und den Sommer in der Stadt zu genießen. Doch zu einem echten Berliner Sommer gehören auch Club-Besuche und durchtanzte Nächte. Davon sind wir allerdings immer noch weit entfernt. Die Außenbereiche der Berliner Clubs haben zwar schon etwas länger auf, doch hier durfte man zuerst nur sitzen. Immerhin: Am 18. Juni wurde das Tanzverbot aufgehoben.

Dennoch, ganz zurück zur Normalität sind die Berliner Clubs noch lange nicht. Trotz vorzeigbaren Hygienekonzepten verschiedener Veranstalter:innen und ersten Pilot-Projekten, wird es wohl noch eine Zeit lang dauern, bis die Wochenenden in den Berliner Clubs wieder durchgefeiert werden können. Aber Berlin wäre nicht Berlin, wenn nicht längst weitere Ideen auf den Tisch gekommen wären, um sicheres Feiern zu ermöglichen: Das Pionierprogramm Draußenstadt baut auf der Initiative Urbane Praxis des Rats für die Künste auf und soll die Stadtkultur weiter zurückbringen.

Berliner Draußen-Kultur: Kreativität, Vielfalt und Veranstaltungskalender

Die Senatsverwaltung für Kultur und Europa hat die Initiative Draußenstadt ins Leben gerufen und will damit die aktuellen pandemiebedingten Probleme in Möglichkeiten umwandeln. Hierbei sollen verschiedene Akteur:innen der Stadt miteinander verbunden werden, um Förderungen von Aktivitäten zu ermöglichen. So wollen sie auch genehmigte Tanzveranstaltungen mit Hygienekonzepten realisieren, um der Berliner Clubkultur unter die Arme zu greifen und Teile der Ausfälle in den Clubs wieder wett zu machen.

Schon lange wird für die Berliner Clubszene demonstriert. Leider fällt das Einhalten der abstandregeln immer wieder schwer. Mit gutem Hygienekonzept und legalen Veranstaltungen würde man dem entgegenwirken. Foto: Imago/Jürgen Held

Ein Veranstaltungskalender, der bald erscheinen wird, soll dann über alle kulturellen Draußen-Veranstaltungen in Berlin informieren. Allen ist es erlaubt, die eigene Veranstaltung dort anzumelden. Diese wird dann von der Initiative geprüft und dann zum Kalender hinzugefügt.

Verschiedene Fördermöglichkeiten sollen Clubkultur helfen

„Auf Bühnen, Brachen, Parkplätzen oder Terrassen, in Parks, Gärten oder Höfen, unter Bäumen, Segeln, Sonne oder Wolken“ heißt es auf der Website: DRAUSSENSTADT bietet Fördermöglichkeiten, um das Kulturleben in Berlin wieder zum Leben zu erwecken. Orte der urbanen Praxis laden euch das ganze Jahr über zu verschiedenen Veranstaltungen ein. Hier werden zentrale Vernetzungs- und Begegnungsmöglichkeiten rund um Diskurse der Urbanen Praxis geschaffen.

Im neuen Revier Südost werden zukünftig auch wieder Tanzveranstaltungen stattfinden. Hier fand auch das Pilotprojekt statt. Foto: Imago/pop-eye

Die Call-for-Acton-Orte werden von verschiedenen Host-Kollektiven betreut. Mit Veranstaltungsideen kann man sich auf die 13 Standorte bewerben. Unterstützung erhaltet Interessierte von den Host-Kollektiven, wie zum Beispiel beim Einholen von bestimmten Genehmigungen. Zu den Orten gehört unter anderem das Revier Südost und das Marzahner Dreieck.

Tanzen, wo es sonst nicht erlaubt war

Im Rahmen dieses Projekts will die Stadt Berlin also Freiflächen erschließen, um dort Open-Air-Partys zu veranstalten, wie Kultursenator Klaus Lederer (Linke) am Mittwoch bei einer Pressekonferenz mit der Berliner Clubcommission bekannt gab. Open-Airs könnten unter anderem in der Wuhlheide, im Spreepark im Treptower Plänterwald, im Strandbad Plötzensee, an der Brommystraße und in den Tamara-Danz-Höfen am Spreeufer in Friedrichshain stattfinden. Weitere Freiflächen würden noch dazu kommen.

Der Spreepark im Treptower Plänterwald. Hier könnten bald Open-Airs für die Kulturszene in Berlin stattfinden. Eine tolle Location! Foto: Imago/Bernd Friedel

Auch der Sage Beach am Spreeufer in Kreuzberg bietet Hilfe für Berliner Clubs, indem verschiedene Draußen-Veranstaltungen unterschiedlicher Clubs hier stattfinden können. Der Senat will durch die Open-Airs den Clubs in Berlin eine Stütze bieten. Clubs sind mittlerweile als Kulturstätte anerkannt. Hierbei ist Berlin Vorreiter in Deutschland. Das freut auch die Berliner Clubcomission, die sich für die Clubkultur in der Stadt einsetzt.

Reicht Draußen-Kultur den Clubs zum Überleben?

Ob das alles zum Überleben reicht, ist fraglich. Schon lange haben die Berliner Clubs gegen Immobilienhaie und Work-Space-Fanatiker zu kämpfen. Längst bangten vor der Pandemie viele Clubbetreiber:innen ums Überleben ihrer Läden. „Unverwechselbare Orte verschwinden ohne Engagement“, fügt Lederer bei der Pressekonferenz mit der Clubcomission noch hinzu. Nach über einem Jahr Stillstand, höchstens Sparflammen-Betrieb, ist es wichtig, die Kultur zu unterstützen. Berlin braucht seine Clubkultur und die Clubkultur braucht Berlin. Es ist eben mehr als Party und Tanzen.


Mehr Berlin erleben

Diesen Sommer sind wir viel an der frischen Luft. Wir wissen, wo ihr hinhören solltet: Open-Air-Konzerte in Berlin. Außerdem finden doch noch Festivals in und um Berlin statt. Auch noch draußen: Freiluftkinos in Berlin, das aktuelle Programm. Das Ende eines schönen Sommertages könnt ihr an den besten Orten um Sonnenuntergänge anzuschauen genießen.

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