Art-Punk

Dream Wife spielen im Musik und Frieden

Tanzbare Wut: Dream Wife bringen Feminismus und #Metoo in den Moshpit

Dream Wife

„I’m not my body, I’m somebody“, singt Rakel Mjöll auf „Somebody“, dem zweiten Track auf dem selbstbetitelten Debüt des Punktrios Dream Wife. Damit ist die Richtung klar: Sie haben sich das Patriarchat vorgenommen. Und setzen mit ihrer ganzen grenzenlosen Energie dagegen. Wie das klingt? Nach der unheiligen Vereinigung der Neunziger-Heldinnen Bikini Kill mit staubtrockenem Garage-Rock und viel Pop-Attitüde. Schließlich sind Dream Wife mit den hypersexualisierten Marketingprodukten der Pop-2000er aufgewachsen: Britney Spears, Christina Aguilera und vor allem den Spice Girls. Dream Wife eignen sich deren Ästhetik und Girl-Power-Forderung an und setzen sie selbstbestimmt um: In dem Video zu „F. U. U.“ sieht man sie als Wrest-lerinnen im Ring, bei ihren Auftritten gilt die „Bitches to the Front“-Regel, bei der Frauen ein sicherer Raum geschaffen wird, in dem sie sich die ganze Wut auf die Verhältnisse vom Leib tanzen können.

Gegründet hat sich die Band um Isländerin Mjöll und die beiden Britinnen Bella Podpadec und Alice Go ursprünglich als Performance-Projekt an der Kunsthochschule Brighton. Schnell war den drei Frauen aber klar: Diese Konstellation kann mehr. Viel mehr. Ein Glück! Sie geben der oft so verkrusteten Gitarrenmusik den dringend benötigten Stoß zurück in die Gegenwart. Denn es gibt ziemlich viele Gründe, in der Post-#MeToo-Ära wütend zu sein – und Dream Wife liefern den perfekten Sound dazu.

Musik und Frieden Falckensteinstr. 48, Kreuzberg, So 18.11., 20 Uhr, VVK: 18,30 €