Drama 

„Drei Schritte zu dir“ im Kino

Patienten mit Herz: Hilft bei Mukoviszidose eine Paartherapie? „Drei Schritte zu dir“ sieht das optimistisch

Universal

Teenager mit tödlichen Krankheiten verlieben sich trotz ihrer unmöglichen Lebens­situationen ineinander- das gab’s doch schon mal, oder? Klar, doch für diesen Film war das anscheinend kein Hindernis, um mit dem ehemaligen Disney-Star Cole Sprouse (aktuell in der Netflix-Serie „Riverdale“) und Haley Lu Richardson („Split“) eine gezielt herzergreifende Story für jüngeres Publikum zu produzieren. Die 17-jährige Stella leidet an Mukoviszidose und verbringt ihre Zeit zumeist im Krankenhaus, wo sie eines Tages Will kennenlernt, welcher dieselbe Krankheit hat. Sie folgen gemeinsam ihrem strengen Behandlungsprogramm, wobei Stella den zynischen Will eher zu seiner Gesundheit zwingen will. Der Haken: um eine Infektion durch Bakte­rien zu verhindern, müssen sie einen Abstand von drei Metern einhalten, was für Verliebte eine echte Herausforderung ist.

Schonungslos ehrlich wird der Lebensalltag mit Krankheit gezeigt, mit viel Schleim und Vibrationswesten und um einiges mehr Sex Talk als in meisten Teenagerfilmen. 2019 dominiert die Omnipräsenz von digitalen Endgeräten auch die Kinoleinwand, ständig wird gefacetimed und gechattet, Stella ist auch noch eine Youtuberin, die über ihre Krankheit aufklärt. Ohne menschliche Berührung ist sie auf diesen technischen Ersatz angewiesen.
Die Hauptdarsteller tragen die Handlung, die im letzten Drittel leider mit zu viel Melo­dram und Kitsch aufwartet. Potential hat der Film, bleibt letztendlich jedoch in den Genregrenzen des Teenager-Dramas gefangen.

Drei Schritte zu dir R: Justin Baldoni; D: Haley Lu Richardson, Cole Sprouse, Moises Arias; Start: 20.6.