Graphic Novel

„Drei Wege“ von Julia Zejn

Deutsche Frauen: Die Leipziger Zeichnerin Julia Zejn erzählt in ihrer Graphic Novel „Drei Wege“ der Emanzipation

„Drei Wege“ von Julia Zejn

Gerade erst jährte sich das Frauenwahlrecht in Deutschland zum 100. Mal. Auf diesen Seiten haben wir im tip 23/2018 das illustrierte Buch „100 Frauen“ vorgestellt. Es ging darin in Text und Bild um prominente Protagonistinnen der Frauenbewegung. Von Anna Seghers bis Margarete Stokowski. Die junge Leipziger Zeichnerin Julia Zejn geht in ihrem Debüt einen anderen Weg. Vielmehr geht sie drei Wege. So der Titel ihrer 180-seitigen, kürzlich bei dem Berliner Avant Verlag erschienenen Graphic Novel.

Zejn erzählt die Geschichte von drei Frauen, die sie auf drei historische Schicksalsjahre konzentriert: 1918, 1968 und 2018. Da wäre Ida, ein Dienstmädchen bei einer Berliner Ärztefamilie, die sich im Schatten des Ersten Weltkrieges klassenbewusst gegen ihre Dienstherrin behaupten muss. Im revolutionären Jahr 1968 will die aus einer Arbeiterfamilie stammende Marlies Buchhändlerin werden und der Enge ihres Elternhauses entfliehen. 2018 schließlich begegnen wir Selin, die gerade ihr Abitur bestanden hat und ziellos durchs Leben irrt.

Die fein gezeichneten und behutsam kolorierten Schicksale der drei Frauen verwebt Zejn immer weiter zu einer Erzählung und arbeitet Muster heraus, die unabhängig von der jeweiligen Zeit das Verhältnis der Geschlechter bestimmen.

Drei Wege von Julia Zejn, Avant Verlag, 182 S., 25 €