Musik & Party in Berlin

Du bist Berlin: Sophie Logan – Die Lust-Spielerin

Im aktuellen Video von Rammstein ist Sophie Logan in expliziten Sexszenen zu sehen. In nicht allzu ferner Zukunft möchte das Pornostarlett aus Reinickendorf lieber hinter der Kamera stehen

Sophie_LoganSie reagiert etwas verlegen auf die Frage nach ihrem Künstlernamen. Ein Nachmittag im Plucinsky’s an der Schönhauser Allee, Sophie Logan kam auf die Minute pünktlich. „Sophie klingt einfach schön“, erklärt sie. Der andere Teil des Namens sei ein Tribut an die Pop-Ballade „Hold Me Now“, an deren Interpreten, den irischen Schlagersänger Johnny Logan. Die romantische Schnulze verbindet stilistisch so rein gar nichts mit der Band, in deren Video Sophie gerade eine Hauptrolle spielt: Der Rammstein-Clip „Pussy“ zeigt Hardcore-Sex – über den die Darstellerin allerdings konsequent schweigt: „Darüber möchte ich nicht sprechen“, wohl aus vertraglichen Gründen. Denn das Video suggeriert zwar einen Gang-Bang mit den Bandmitgliedern, wahrscheinlicher aber ist, dass der Clip nachträglich bearbeitet wurde. Eben echter Sex, aber nicht mit Rammstein.

Die zierliche Berlinerin mit dem gebräunten Teint trinkt Cappuccino und Cola. Ihre Haare sind hellblond, sie ist sportlich-elegant gekleidet. Wenn sie redet, merkt man, dass sie aus Berlin kommt. Eigentlich gibt sie keine Interviews, ihre Kolleginnen seien zu oft falsch zitiert worden. Das hier ist das erste Mal, dass sie in einem Medium jenseits der Branche über sich und ihre Arbeit spricht.
Die Lust auf Ruhm, die Hoffnung auf viel Geld und der Sophie_LoganSpaß am Sex gelten als die drei Motive, die eine Laufbahn als Pornostar begründen. „Bei mir war es definitiv Letzteres!“, sagt Sophie und lacht. In ihrem Beruf ist sie eine Spätzünderin. Nach vielen Jahren in der Gastronomie lernte die gebürtige Reinickendorferin einen Porno-Darsteller kennen, der sie als Zuschauerin mit zu einem Dreh nahm – damals war sie im­merhin schon 34 Jahre alt. Wenige Tage später lag sie im Scheinwerferlicht vor der Kamera. Schon kurz darauf folgten weitere Angebote der großen deutschen Produktionsfirmen.

Heute, drei Jahre später, spricht sie nur gut über ihren Beruf. „Die Bezahlung ist okay“, sagt Sophie. Zum Leben reicht es trotzdem nicht ganz. Es werden einfach nicht mehr so viele Filme wie früher gedreht, die Branche hat mit der kostenlosen Konkurrenz aus dem Internet zu kämpfen. Nebenbei modelt Logan deswegen für Erotikkataloge. „Amateurfilme mag ich nicht, ich brauche ein professionelles Set, nur dann fühle ich mich wohl.“
Die Tattoos am Becken sind ihr Wiedererkennungsmerkmal, ihre Brüste hat sie sich vor Jahren vergrößern lassen – vor ihrer Karriere. Dass Sophie an ungefähr 15 Hardcore-Pornos im Jahr beteiligt ist, die „Nylon Noblesse“, „Blowjob Academy“ oder „Das Sex-Leben der Anderen“ heißen, nimmt man ihr durchaus ab. „Aber vor Krankheiten habe ich Angst“, gesteht sie. Man merkt ihr an, dass Kondome vor der Kamera nicht gern gesehen werden, versteht sie insgeheim auch nicht.

Sophie_LoganDie Mutter von zwei Töchtern trennt ihr Privatleben strikt von ihrem Beruf und spricht nicht über ihre Familie. Nur soviel: Glücklich sei sie, ein Urlaub ist geplant. Ewig möchte die Erotik-Actrice ihren Job nicht machen, gibt Sophie am Ende des Gesprächs zu. Was wäre die Alternative? „Ich würde gerne so richtig zum Film.“ Die naive Wunschvorstellung einer Schauspielkarriere? „Nein, nicht vor der Kamera, sondern hinter den Kulissen! Die Künstler am Set betreuen oder das Catering koordinieren.“ Also doch raus aus der Branche. Sophie Logan lächelt kokett: „Es darf auch eine Porno-Produktion sein – denn damit kenne ich mich aus.“

Text: Jan Schimmang
Fotos: Paulus Ponizak

Porno-Oscar Verleihung am Do 15.10. im Hotel Estrel, im Rahmen der Erotikmesse Venus, 16.-18.10.2009.
Sophie Logan ist in der Kategorie „Beste deutsche Darstellerin“ nominiert.

www.pornaward.de
www.venus-berlin.com