So war es beim Kiezgourmet präsentiert von Mastercard Priceless Berlin

Eine kulinarische Kiez-Tour durch Rixdorf

Gut, unser Kiezgourmet präsentiert von Mastercard Priceless Berlin, blieb auch diesmal ein Abendspaziergang. Kulinarisch betrachtet aber führte unsere Reise durch Rixdorf durch den ganzen Tag, haben doch Katie James und Florian Tränkner ihr sympathisches Café am Böhmischen Platz The Future Breakfast genannt. Gut, der Name bezieht sich auf einen Running Gag, wonach sich Florian schon immer auf das Frühstück von Morgen freut. Zukünftig aber ist das Gastronomiekonzept des australisch-deutschen Paares nicht minder: Aus den direkt von kleinen Produzenten bezogenen Zutaten soll so viel wie möglich gemacht werden. Besser gesagt: Im Future Breakfast wird nichts weggeschmissen.

So war das Hummus zur Begrüßung aus den Stielen jener Mangoldpflanzen, die danach ziemlich köstlich mit Kräutersaitlingen und poschiertem Eigelb kombiniert worden sind. Und weil zum Ei immer auch das Eiweiß gehört, kam letzteres zum Abschluss in den Drink. Kreislaufwirtschaft sagt man dazu. Wir sagen: So einladend gemütlich kann die Ernährungswende sein.

Gleich vis-a-vis kocht die im Facil ausgebildete Sarah Hallmann Neuköllner Understatementküche. Ihr Hallmann & Klee ist das versteckteste beste Restaurant der Stadt. Unser Kiezgourmet-Hauptgang, Rehrücken und -Tartar mit Diversem vom Sellerie, sollte uns jahreszeitlich umarmen. Auch darum geht es ja, wenn wir von saisonaler Küche reden: um unsere innere Uhr, die im Dezember eben anders tickt. Das vorweg gereichte Brot zur aufgeschlagenen Butter erinnerte derweil nochmal daran, dass dieses Hallmann & Klee ja auch eine der besten Bäckereien und Patisserien der Stadt ist. Ein Lieblingsort, denn wir, normalerweise ist dienstags Ruhetag, ganz für uns alleine hatten.

Bilder

Eigentlich gar nicht öffentlich zugänglich ist das Atelier von Massimo Ferradino, der ein, zwei Straßenecken weiter wahre kulinarische Schätze hortet. Der ehemalige Produktmanager ist das Trüffelschwein Berlins, er beliefert etwa das Tulus Lotrek, das Coockies Cream oder das Restaurant Rutz. Inzwischen weiß aber selbst die Gastro-Szene Barcelonas um die Trüffel aus Neukölln, die Ferradino, na klar, aus Italien oder Frankreich bezieht. Was ihn auszeichnet, erzählte er unserer Kiezgourmet-Runde bei getrüffelten Käsebroten: „Andere Lieferanten sagen, ab Oktober wollen Köche Trüffel, zack, wir besorgen ihnen Trüffel. Bei mir können sich die Kunden darauf verlassen, dass ich nur Ware habe, bei der die Qualität stimmt.“ Was übrigens auch Privatkunden kosten können. Freitags und samstags steht Massimo Ferradino in der Kreuzberger Markthalle Neun.

Der Abend sollte schließlich so enden wie er begonnen hatte: radikal lokal. In der Velvet Bar in der Ganghoferstraße, gerade erst zur besten deutschen Bar des Jahres gekürt, kam also der Gemüsegarten ins Glas. Rucola mit zweierlei Gins, Poiré und trockenem Wermut. Cardy, eine Artischockenart, mit Traubenverjus, trockenem Sherry und Zitronenöl. Ruben Neideck und Filip Kaszubski führen diese Bar, deren Arbeitsweise viel von einer zeitgenössischen Restaurantküche hat. Sie führten mit begeisterndem Entdeckungsdurst durch das vierte Kapitel eines kulinarischen Kiezspaziergangs, der so vieles war: Vollmundig, zeitgenossenschaftlich und von ganzem Herzen gastfreundschaftlich.

TEXT: Clemens Niedenthal
FOTOS: Lena Ganssmann

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