Musik & Party in Berlin

Ein Clubmärchen: My Name Is Barbarella

Es waren einmal vier Freunde. Sie wagten es, mit viel Fantasie mitten in Kreuzberg einen großen Club zu eröffnen - damit könnte eine Lücke im Berliner Nachtleben geschlossen werden.

My Name Is Barbarella

Anfang November, bei der offiziellen Eröffnung von My Name Is Barbarella, traute man seinen Augen nicht. Neben der Soju Bar und dem Kimchi Princess am Görlitzer Bahnhof gelegen, erschloss sich dem Partygast ein über 350 Quadratmeter großer Club – der trotzdem mehr als nur gut besucht war. Eigentlich ist dieser Kiez eher bekannt für kleinere Szene-Adressen. „In Prenzlauer Berg einen Club zu eröffnen, ist nur noch mit Auflagen und Stress verbunden. In Kreuzberg ist das aber noch nicht so anstrengend“, erklärt Stefan Zenow. Der 32-Jährige ist einer der Geschäftsführer des Barbarella und hat als Betreiber des „Zu mir oder zu dir“ und dem „Tanzgen“ bereits einige Erfahrung im Nachtleben vorzuweisen.
Dennoch musste das Barbarella kurz nach seiner Premiere wegen behördlicher Auflagen vorübergehend schließen – es ging um Feuerlöscher und Fahrradständer. Mittlerweile wurde nachgebessert, auch mit den Anwohnern versteht man sich. Bei Stefan ist die Leidenschaft für seinen Club nicht zu überhören, vor allen Dingen liegen ihm Look & Feeling des Barbarella am Herzen. Konzeptionell wollte sich der gebürtige Neustrelitzer, der seit rund 15 Jahren in Berlin lebt, gerade auch an Frauen richten: „Sie sollen sich hier wohlfühlen, es gibt viele bequeme Sitzgelegenheiten, auf denen man Platz nehmen kann, ohne sich die Kleidung dreckig zu machen.“
In der Tat hat die ästhetische Gestaltung des Barbarella etwas Weibliches – vom sinnlichen Logo bis hin zu der extravaganten Lichtkomposition. Ein Ambiente wie aus einer anderen Clubwelt. Das ist stimmig, schließlich ist der Name Barbarella eine Anlehnung an das Science-Fiction-Märchen des Regisseurs Roger Vadim aus dem Jahre 1968. Den Bezug zur Realität hat Zenow trotzdem nicht verloren: „Finanziell tragen wir uns noch lange nicht, aber das so was nicht von heute auf morgen rentabel sein kann, war uns klar.“
Man sollte dem Barbarella auf jeden Fall Zeit geben: Es hat immerhin das Potenzial, zum Missing Link zwischen internationalem House-Club und spleeniger Szene-Location zu avancieren. Mit der Partyreihe „Rose Kennedy“ von Nina Queer konnte man bereits eine feste Veranstaltung etablieren; auf ein bestimmtes Pub­likum ist man deswegen keineswegs festgelegt. Als Gäste trifft man die 20-jährige Studentin, spanische Touristen oder das übliche Hipster-Klientel an – noch ist es gerade diese offene Unberechenbarkeit, die das Barbarella auszeichnet.

Text: Jan Schimmang

Foto: My Name Is Barbarella

My Name Is Barbarella, Do bis Sa von 20 bis 23 Uhr Eintritt frei, anschließend je nach Veranstaltung 7 bis 10 Ђ Eintritt; www.mynameisbarbarella.de

Schwedenparty mit Alexkid, Ian Pooley u.a. (House, Techno, Elektro), Do 03.02., 20 Uhr

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